Unglück

Explosion in Gansingen: Die Chronologie des Dramas

Das Dorf hat nach der Explosion vom Sonntag eine aufwühlende Woche hinter sich. Die az zeigt die Chronologie der Ereignisse.

Nadine Böni
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Das Drama in Gansingen begann am Sonntag um 4.33 Uhr.

Das Drama in Gansingen begann am Sonntag um 4.33 Uhr.

Björn Grossenbacher und Facebook

Sonntag, 4.33 Uhr: Der Knall einer Explosion schreckt die Gansingerinnen und Gansinger aus dem Schlaf. Ein Einfamilienhaus an der Ausserdorfstrasse brennt lichterloh.

Sonntag, 4.36 Uhr: Der Alarm erreicht Thomas Senn, Kommandant der Feuerwehr Mettauertal-Gansingen. «Brand gross in Gansingen», heisst es auf seinem Mobiltelefon. Sekunden später folgt: «Explosionsgefahr.»

Als die Feuerwehr wenig später an der Ausserdorfstrasse eintrifft, steht das Haus bereits in Vollbrand. «Es war sofort klar: Das Haus ist nicht mehr zu retten. Wir konzentrierten uns deshalb darauf, einen Übergriff auf die Nachbargebäude zu verhindern», sagt Senn.

Sonntag, 6.45 Uhr: Die Feuerwehr hat den Brand gelöscht. Es gibt jetzt traurige Gewissheit: Im völlig zerstörten Haus liegen zwei Leichen.

Sonntag, 7 Uhr: Gemeindeammann Mario Hüsler trifft auf dem Brandplatz ein. «Die Bilder, die sich mir boten, waren schockierend», sagt er.

Montag: An Tag 1 nach dem verheerenden Brand ist die ganze Gemeinde fassungslos. Vor einem Zaun beim Haus haben Nachbarn als Zeichen der Anteilnahme Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Opfern um Peter A., der die zerstörte Liegenschaft bewohnte, und seine Freundin handelt. Die Identitäten der Toten sind aber noch nicht bestätigt. Spezialisten der Polizei und Gebäudeversicherung setzen die Arbeit am Brandplatz fort. Klar ist: Mehrere Gasflaschen sind explodiert.

Dienstag: Die Ermittlungen dauern an. Im Zentrum steht jetzt ein erweiterter Suizid.

Mittwoch, 8.56 Uhr: Die Staatsanwaltschaft präsentiert erste Erkenntnisse. Sie bestätigt die Identität der Toten. Und: Die Ermittler gehen davon aus, dass der 59-jährige Hausbesitzer A. zunächst mit einem Revolver seine 50-jährige Partnerin durch einen Kopfschuss tötete und danach sich selbst richtete. Das Paar war bereits tot, als das Haus im Feuer zerstört wurde. Die Ermittler sind sich sicher, dass das Feuer beziehungsweise die Explosion absichtlich ausgelöst wurde.

Die neuen Erkenntnisse erschüttern Gansingen. «Das ist doch einfach nur Wahnsinn. Unvorstellbar», sagt der ehemalige Feuerwehr-Kommandant Josef Boutellier. «Es schockiert mich, was hier mitten im Dorf passiert ist», sagt Ammann Hüsler. Was es jetzt vor allem brauche, um das Geschehene zu verarbeiten, sei Zeit.