Unglück

Explosion in Gansingen: «In den letzten Monaten blühte A. richtig auf»

Zwei Personen erinnern sich an A. – er sei durch seine neue Partnerin herzlicher geworden und ging wegen ihr weniger oft ins Fitnessstudio.

Dennis Kalt
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A. bei einem Ausflug auf See.

A. bei einem Ausflug auf See.

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Die Staatsanwaltschaft geht bei der Tragödie in Gansingen davon aus, dass A. seine Partnerin durch einen Kopfschuss tötete und danach sich selbst das Leben genommen hat. Eine Bekannte, die A. seit 15 Jahren kennt, kann dies kaum fassen. Sie sah A. mit seiner neuen Partnerin das vorletzte Mal im Dezember auf dem Weihnachts-Markt in Bad Säckingen Hand in Hand und sagt: «Beide sahen verliebt und glücklich aus.»

Die Bekannte erzählt, dass die beiden bis wenige Wochen vor ihrem Tod viel unternommen haben. So seien sie oft spazieren gegangen und nach Neujahr zusammen in die Strandferien geflogen.

Erst distanziert, dann herzlich

In der Zeit zuvor sei A. eher distanziert und in sich gekehrt gewesen. «Oftmals hat er nur etwas gesagt, wenn ich ihm eine Frage gestellt habe», sagt die Bekannte. Als er im November 2016 mit seiner Partnerin zusammengekommen ist, sei er jedoch richtig aufgeblüht und herzlicher geworden: «Er hat mich wieder mit Wangenküsschen begrüsst und verabschiedet. Zuvor gab er mir nur die Hand», erinnert sich die Bekannte.

In dieser Zeit habe er auch wieder angefangen, viel zu erzählen: «Er redete über Amerika und seine Hobbys: das Grillieren und Kochen», erinnert sich seine Bekannte, die sich von A. zwei Tätowierungen stechen liess. Die letzte 2009.

Die Bekannte mochte die Partnerin von A. auf Anhieb und bezeichnet sie als liebenswürdige Person. Sie ist sich sicher: «Sie wollte nicht sterben.»

Am Marathon in Luzern dabei

A. betätigte sich sportlich. Er lief 2011 den Marathon in Luzern und nahm mit seinen Hunden an Wettkämpfen teil. Fotos auf seinem Facebook-Profil zeigen ihn lachend beim Fitness-Training. Dort markierte er die Fitnessstudio-Kette «basefit.ch» mit einer «Gefällt mir»-Angabe. Ein Fitnessstudio-Mitglied, das in Brugg trainiert, bestätigt, dass A. ein Mitglied war und dort öfter trainiert hat. Zum letzten Mal stemmte A. im Januar in Brugg Gewichte.

Das Fitnessstudio-Mitglied erinnert sich an A. Er beschreibt ihn als ruhigen Typ, der konzentriert sein 60-minütiges Fitnessprogramm abspulte. «Ich habe mit A. in der Umkleidekabine zwei oder drei kürzere Gespräche geführt. Unter anderem hat er mir im letzten Jahr erzählt, dass er mit einer neuen Partnerin zusammen ist und deswegen nicht mehr so viel Zeit habe, ins Training zu kommen», sagt das Fitnessstudio-Mitglied. Weil A. Schicht gearbeitet habe, sei er zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Fitnessstudio gewesen, um sein Trainingsprogramm abzuspulen.

«A. war ein freundlicher Typ»

«Wenn ich A. langärmlig angetroffen habe, machte er auf mich einen äusserst seriösen Eindruck. Im T-Shirt hätte man jedoch aufgrund seiner tätowierten Arme meinen können, dass er als Matrose 20 Jahre zur See gefahren sei», beschreibt er und schiebt nach: «In unseren Gesprächen habe ich ihn stets als freundlichen und umgänglichen Typ erlebt.»