Festzeit
Bei den Pontonieren laufen die Frittösen heiss – so steht es um die Vorbereitungen der Fricktaler Fischessen

Nach drei Jahren steht in Wallbach endlich wieder der traditionelle Grossanlass mit 2500 Besuchenden und der schwimmenden Bar an. Auch andernorts wird entlang des Rheins wieder tonnenweise Fisch zubereitet – eins haben die Fischessen für die Pontoniervereine gemein: Sie sind überlebenswichtig.

Dennis Kalt
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An seinem letzten Fischessen 2021 bereiteten die Pontoniere aus Rheinfelden knapp eine Tonne Zanderfilet zu.

An seinem letzten Fischessen 2021 bereiteten die Pontoniere aus Rheinfelden knapp eine Tonne Zanderfilet zu.

zvg

Man hört Dominique Koch, Präsident der Wallbacher Pontoniere, die Begeisterung an, als er am Telefon über das Wochenende vom 9. und 10. Juli spricht. Denn dann findet – nach dreijähriger coronabedingter Pause – endlich wieder das traditionelle Fischessen statt. So sagt denn auch Koch:

«Unsere Vorfreude auf das Fest ist grösser denn je zuvor.»

Für die Wallbacher Pontoniere ist das Fischessen ein finanzieller Segen; die Haupteinnahmequelle des Vereins. Mit den Einnahmen werden etwa Wettfahrten, Tenues oder auch Vereinsausflüge finanziert. Rund 1200 Kilogramm an Fisch wird an dem Grossanlass verkauft, bei dem die Pontoniere mit 2000 bis 2500 Besuchenden rechnen. «Das Fest ist ein grosses Zugpferd», sagt Koch.

Gefeiert wird nachts auf dem Rhein

Dazu trägt wiederum die «Floating Bar» bei, die von drei Schlauchbooten getragen wird und vom Ufer aus etwa 25 Meter in den Rhein reicht. 200 bis 250 Personen findet auf der Holzkonstruktion Platz, die am Samstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird. Koch sagt:

«Nachts, mitten auf dem Rhein – da herrscht einfach eine einzigartige Stimmung.»

Doch ehe der Festreigen startet, steht ab nächsten Donnerstag der Aufbau an. Neben der schwimmenden Bar kommt ein Festzelt zu stehen. Mit Einrichtung und Installationsarbeiten dauern die Vorbereitungen rund anderthalb Wochen. «Rund 30 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz; während des Fischessens selbst sind es über 100», sagt Koch.

Eine Tonne Zanderfilet

Rund eine Tonne Zanderfilet – knapp 3000 Portionen – wird am Fischessen der Pontoniere Rheinfelden, vom 22. bis 24. Juli im Stadtpark West, verarbeitet. Der Fisch wird dabei gleich zweimal frittiert: «Beim zweiten Mal richtig heiss, damit der Bierteig schön knusprig wird», sagt Simon De Bona von den Pontonieren Rheinfelden.

Doch nicht nur in Wallbach und Rheinfelden kommen Fischliebhaberinnen und -liebhaber auf ihre Kosten. Am 24. und 25. Juni etwa bietet der Fischerverein Kaisten Eglifilets im Bierteig bei der Mehrzweckhalle an. Auf dem Festplatz Bürkli bereit der Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin am 2. und 3. Juli Fischfilets zu und die Pontoniere Mumpf laden zum Fischessen beim gedeckten Festplatz am 6. und 7. August.

Viele Heimweh-Sissler zieht es in Dorf

In Sisseln wird das Fischessen bereits seit gut 50 Jahren durchgeführt und gemäss Thomas Kälin, OK-Chef Fischessen, von der Dorfbevölkerung sehr geschätzt. Er sagt:

«Bei vielen ist es im Kalender eingetragen. So zieht es auch viele Heimweh-Sisslerinnen und -Sissler zu diesem Anlass zurück ins Dorf.»

Die Vorbereitungen laufen bisher gut. «Da es viele Routinearbeiten gibt, ist vor allem die Koordination der Arbeitseinsätze vor, während und nach dem Fischessen anspruchsvoll», sagt Kälin. Um alle Arbeitseinsätze für das Fischessen abzudecken, sind etwa 110 Personen beteiligt – davon rund 60 bis 70 externe Helferinnen und Helfer. Der Einsatz lohnt sich: «Dank diesen Einnahmen, können wir unsere ganze Saison finanzieren», so Kälin.