Mettauertal

Fischer holen Beton aus dem Rhein und hoffen auf vermehrtes Laichen

Die Fischerzunft Laufenburg renaturierte gestern Donnerstag das Rheinufer beim Etzgerbach. Damit will sie den Bestand von Äschen und Forellen erhöhen.

Dennis Kalt
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Dort wo der Etzgerbach in den Rhein mündet, hat die Fischerzunft aus Laufenburg mehrer Tonnen Beton aus dem Wasser entfernt.

Dort wo der Etzgerbach in den Rhein mündet, hat die Fischerzunft aus Laufenburg mehrer Tonnen Beton aus dem Wasser entfernt.

Das Ergebnis ist ernüchternd. Innerhalb weniger Jahre ist der Bestand der Rheinforelle im Fricktal etwa um die Hälfte zurückgegangen. Dies passt den ansässigen Fischervereinen und -zünften überhaupt nicht. Sie sehen Handlungsbedarf. Eine Fischerzunft, die deshalb aktiv wurde, ist diejenige aus Laufenburg.

Am Donnerstag entfernte sie mit einem Bagger – mit Unterstützung der Aarvia Bau AG – eine Fassung aus Beton, die vom Etzgerbach bis weit in den Rhein führte. Im Beton war eine Sauberwasserleitung einer Kläranlage eingefasst. «Durch die langgezogene Wand gab es zuweilen einen leichten Rückstrom vom Rhein in den Etzgerbach», sagt Zunftbeirat Heinz Lützelschwab. Dies habe es den Äschen oder Forellen erschwert, vom Etzgerbach aus die Mündungsstelle zu passieren, um im Rhein zu laichen.

Fische brechen sich die Flossen

Und selbst diejenigen Fische, die zuvor in den Rhein gelangten, hatten es bisher schwer, einen Laichplatz zu finden. «Das Material der Kiesbänke, die sich dort befinden, war so fest, dass die Äschen Gefahr liefen, sich die Schwanzflosse zu brechen, wenn sie versucht haben, das Sediment aufzulockern», erklärt Lützelschwab. Aus diesem Grund hat die Fischerzunft das Kiesbankett, das sich an der Mündungsstelle befindet, mit dem Bagger aufgelockert und einen kleinen Kanal gebaut, der zwischen dem Kiesbankett und dem Ufer verläuft. Lützelschwab rechnet damit, dass dort bereits in der nächsten Woche die ersten Fische ihren Laich ablegen.

Gerade in den letzten Jahren, sagt Lützelschwab, seien die kiesigen Lebensräume selten geworden. Dies, weil durch die Erzeugung von Wasserkraft und die damit verbundenen Uferbefestigungen der Transport von Kies und dessen Umlagerung in den Hochrhein eingeschränkt worden seien. «Jammern nutzt nichts. Wir müssen die Initiative ergreifen und selbst Aufwertungsprojekte angehen», sagt er. Dies auch, weil die Strategie der letzten Jahre, durch den Einsatz von Zuchtfischen den Forellen-Bestand hochzuhalten, nicht von Erfolg gekrönt war. Deswegen hat der Kanton die Gelder für die Besatzung gestrichen und steckt sie nun in Aufwertungsprojekte.

Erste Erfolge stellen sich ein

Bereits zwei solcher Projekte hat die Fischerzunft in diesem Jahr mit Geldern des Kantons umgesetzt. Im Januar wurde am Rhein in Laufenburg Kies aufgeschüttet, damit die Fische besser laichen können. Im Juli wurde das Delta des Sulzerbachs aufgewertet, ebenfalls um Laichplätze zu schaffen. Laut Lützelschwab haben sich in den neu geschaffenen Laichgebieten erste Erfolge eingestellt.