Online-Banking

Fricktaler vertrauen lieber dem gelben Büchlein

Experten und Kunden aus der Region sind sich einig: Zahlungen übers Smartphone sind gefährlich.

Nadine Böni
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Nein, nein und nochmals nein. Mobile Banking – also das Zahlen von Rechnungen oder Erledigen von Börsenaufträgen übers Smartphone – hat bei den von der az befragten Fricktalerinnen und Fricktalern einen schweren Stand. «Zu gefährlich» befindet Kurt Schneiter lapidar. «Da hätte ich Bedenken wegen der Sicherheit», sagt auch Patrick Stocker. Und Enza Iacona sagt: «Man hört ja fast täglich aus den Medien von Fällen, in denen Computer oder Smartphone gehackt oder überwacht wurden.» Erst Anfang Jahr sorgte ein Schweizer Unternehmen für Schlagzeilen: Kriminelle hatten sich in das Konto des Unternehmens gehackt und eine Million Franken gestohlen. «Nach solchen Berichten fühle ich mich bei E-Banking und Mobile Banking nicht mehr sicher», so Iacona.

Fricktaler Experte ist skeptisch

Mit gutem Grund: «Mobile Banking ist sehr stark im Kommen – und auch sehr gefährlich», sagt George Winet, IT-Spezialist und Leiter der Firma CreativTechnik in Hornussen. «Viele Leute wissen nicht, auf was sie sich einlassen.» Die Smartphones seien Computer und deshalb genauso anfällig auf gefährliche Software, beispielsweise Viren. Entsprechend seien die Smartphones zu schützen, falls Dienste wie Mobile Banking genutzt würden, sagt der Fachmann.

Aber nicht nur beim Mobile Banking lauern Gefahren: «Alles, was elektronisch läuft, ist leicht angreifbar – vom Smartphone über den Computer bis hin zum elektronischen Pass und der Kreditkarte», sagt Winet. Problematisch gestalte sich bei einem Diebstahl dann die Strafverfolgung. Weil auf die meisten Server von der ganzen Welt aus zugegriffen werden kann.

Gerade beim E-Banking gäbe es mittlerweile allerdings auch Technologien, die kaum zu knacken seien, sagt Winet. Die UBS beispielsweise biete ein separates Gerät, das für jede Zahlung einen neuen Code generiere. «Dieser ist nur über das Gerät empfangbar und daher sicher», sagt Winet. Ebenfalls empfehlen kann der IT-Spezialist die Transaktionscodes auf Papier.

Banken geben Tipps

Auch die Banken geben ihre Empfehlungen für Mobile Banking ab. Neun Punkte führt beispielsweise die Raiffeisenbank auf ihrem Merkblatt zum Thema. Unter den Sicherheitshinweisen steht unter anderem: «Schützen Sie Ihr Mobiltelefon mittels Codesperre vor unberechtigten Zugriffen.» Oder: «Öffnen Sie keine E-Mails/MMS von unbekannten Absendern.» Und: «Verschiedene Anti-Virus-Software-Hersteller bieten inzwischen auch für Smartphones und Tablets Sicherheits-Software an. Die Apps findet man in den entsprechenden Stores.»

«Gelbes Büchlein» statt Internet

Die befragten Fricktalerinnen und Fricktaler lassen die diversen E-Banking- oder Mobile Banking-Angebote trotz den Hinweisen und den versprochenen Vorteilen links liegen. Enza Iacona nutzt lieber das «Gelbe Büchlein» und Patrick Stocker und Kurt Schneiter erledigen ihre Zahlungen per Einzahlungsschein auf der Post.