Gipf-Oberfrick
Für Chriesibluescht schon fast zu spät

Regine Leutwyler vom Jurapark führte Interessierte auf dem Chriesiwäg vorbei am Blütenzauber.

Ingrid Arndt
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Regine Leutwyler (grünes T-Shirt) informierte die Wandergruppe über den Kirschblütenzauber und Obstgärten. Ingrid Arndt

Regine Leutwyler (grünes T-Shirt) informierte die Wandergruppe über den Kirschblütenzauber und Obstgärten. Ingrid Arndt

Ingrid Arndt

Der Frühling hatte temperaturmässig in der letzten Woche ein solches Tempo vorgelegt, dass die Kirschbäume auf dem Chriesiwäg an den Hängen oberhalb von Gipf-Oberfrick am Sonntag schon fast wieder verblüht waren. Doch dafür breiteten die Birnenbäume einen makellos weissen Teppich aus, die Blüten an den Apfelbäumen zeigten ihre ersten rosa Knospen und über allem spannte sich ein blauer Himmel.

So hatte auch Jurapark-Landschaftsführerin Regine Leutwyler ihren Wandergästen nicht nur viel zum Kirschblütenzauber zu berichten, sondern auch zu Obstgärten, Streuobstwiesen, Bienen, zur Landschaft insgesamt, zu den Kirschsorten, dem ökologischen Anbau, den Produkten oder der Vermarktung.

Ein Fest für alle Sinne

Die kleine Wandergruppe startete mit Regine Leutwyler am Morgen bei bereits 27 Grad Wärme beim Gemeindehaus in Gipf-Oberfrick. Etwas schweisstreibend ging es bergauf, doch dafür gab es Frühling pur, die bunte Landschaft war ein Fest für alle Sinne.

2006/07 hat der Aargauer Obstproduzentenverband in Zusammenarbeit mit dem Jurapark Aargau, der Gemeinde Gipf-Oberfrick und Sponsoren den Fricktaler Chriesiwäg eingerichtet. Die traumhaften Obstplantagen bieten zur Blütezeit Erholung und Freude, zur Erntezeit dürfen die Produkte direkt vom Baum probiert werden. Feuerstellen und Picknickplätze laden zum Verweilen ein, Infotafeln vermitteln alles Wissenswerte.

Regine Leutwyler wies auf die traditionell naturnah bewirtschafteten Hochstammbestände hin, die wichtig sind für bestimmte Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel Fledermäuse, seltene Vögel oder Zauneidechsen. Sie gab Auskunft zur Geschichte der Chriesibäume, die um 70 n. Chr. vom Feldherren Lucullus nach Westeuropa gebracht wurden und wegen deren Vorliebe für kalkhaltigen, lockeren Mergelboden im Jura und Fricktal beste Voraussetzungen zum Gedeihen vorfanden.

Bienen sind besonders wichtig

«Bienen haben eine immens wichtige Bedeutung für einen ertragreichen, ökologischen Obstanbau. Bis zu 80 Prozent beträgt ihr Anteil an der Bestäubung» führte Christine Leutwyler aus. Und weiter: «Deshalb ist es wichtig, Lebensräume für sie zu schaffen und das Spritzen der Bäume nur dann vorzunehmen, wenn Insekten kaum unterwegs sind.»

Bei einer gemütlichen Rast beim Bienenhüsli durften Produkte und leckere Spezialitäten vom ökologischen Anbau verkostet werden. Zu hören war dabei jede Menge über die Vielfalt des Obstanbaus, von Jungbäumen als wichtige Investition in die Zukunft. Schaubilder machten schon jetzt Appetit auf die reifen, tiefroten Früchtchen der speziellen Fricktaler Sorten wie Schaumberger oder die knubbeligen Dolleseppler. Ebenso gefragt ist auch das Holz der Kirschbäume zur Herstellung hochwertiger Möbel und Musikinstrumente.

Mir so viel spannenden Informationen ausgestattet war der 5,5 Kilometer lange Chriesiwäg in blühender Natur schnell erwandert und der Vormittag wie im Flug vergangen.