Laufenburg

Ganz auf Josef eingestellt

Am Wochenende wird das «San Giuseppe»-Fest gefeiert. 1000 Leute werden dabei sein.

Hans Christof Wagner
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Mamas und Nonnas mit Schutzhauben auf den Köpfen palavern und lachen, kneten Teig und machen diesen für den Backofen parat. hcw

Mamas und Nonnas mit Schutzhauben auf den Köpfen palavern und lachen, kneten Teig und machen diesen für den Backofen parat. hcw

Hans Christof Wagner

Wie wohl vielleicht nirgendwo ausserhalb der alten Heimat Sizilien wird in Laufenburg am Wochenende der Josefstag gefeiert. Die Gruppo San Giuseppe erwartet rund 1000 Besucher, sogar den italienischen Konsul. Dabei hat alles einmal ganz klein angefangen.

Ciao-Rufe, Umarmungen, Wangenküsse – in der Stadthalle kocht das sizilianische Temperament über. Es duftet nach frischem Brot. Mamas und Nonnas mit Schutzhauben auf den Köpfen palavern und lachen, kneten Teig und machen diesen für den Backofen parat. Anna Ferrante, Aktuarin der San Giuseppe-Vereinigung, hat gerade ein Fernsehteam betreut, das über den Grossanlass am Samstag und Sonntag berichten möchte.

In einer Stube begann alles

Sicher war es noch vor ihrer Geburt, als in Laufenburg das erste San Giuseppe gefeiert wurde. Vermutlich in den sechziger Jahren, nachdem kurz zuvor die Einwanderung aus dem sizilianischen Leonforte begonnen hatte. «Das war beim ersten Mal aber nur bei einer Familie daheim in der Stube», erzählt Anna Ferrante. Doch das vor allem in Süditalien beheimatete Fest, das zu Ehren Josefs von Nazareth, des Ehemannes der Gottesmutter Maria und des Vaters von Jesus Christus veranstaltet wird, zog weitere Kreise. Und als dann noch die Laufenburger Kirchgemeinde sich anschloss, war es zu dem Grossanlass geworden, der Laufenburg jeweils am Wochenende um den 19. März kopfstehen lässt.

Sizilianer, Apulier und Kalabresen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich sind dann zu Gast. Sie folgen der Prozession durch die Stadt, staunen über das Feuerwerk, teilen das Brot auf dem in der Stadthalle aufgebauten Altar und geniessen am Sonntag das gemeinsam in einem grossen Kesseln gekochte Fastenzeit-Gericht namens «Pasta e ceci» – Spaghetti mit Kichererbsen und Bohnen. Dabei wird die Pasta in ganz kurze Stücke gebrochen – schon das ein Kraftakt, um damit 1000 Leute sattzubekommen.

«Maschinen sind bei den Festvorbereitungen eigentlich verboten», erzählt Anna Ferrante. «Weil Josef Zimmermann war, eben Handwerker.» So bereiten die Frauen in der Stadthalle die Pupiddi, die kleinen Brote, auch ganz manuell zu.

400 Kilo Mehl verarbeitet

400 Kilo Mehl, unzählige Würfel frischer Hefe, Wasser und Öl gilt es zu verarbeiten. Dabei sind noch weitere fünf Frauen in der Backstube von Maier-Beck zugange, wo die Cudduri, die grossen Brote, entstehen. Drei sind es – für jeden Heiligen eins – für Josef, Maria und Jesus. Diese sitzen dann, indem Laufenburger sie verkörpern, am Sonntagmittag an einem Tisch auf der Stadthalle-Bühne und dürfen die Pasta als erste kosten – noch vor den Gästen.

Schon seit Montag sind die Helfer in der Stadthalle am Werk – es wird gebacken, gekocht und frittiert, um mit den Speisen den Altar zu bestücken. «Sehen Sie die Frauen hier, die sind zum Teil über 80, manche schon nicht mehr ganz gesund und doch lassen sie sich das nicht nehmen», sagt Anna Ferrante. Und: «Das Fest am Wochenende ist schön, aber noch schöner sind die Vorbereitungen davor.»