Laufenburg

In diesem Museum traut man sich

Im Laufenburger Museum Schiff kann seit kurzem geheiratet werden. Schon sechs Paare haben sich an diesem historischen Ort das Ja-Wort gegeben.

Susanne Hörth
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Museumspräsident Hannes Butger im neuen Trauungszimmer, dem Sophie-Rüscher-Raum.

Museumspräsident Hannes Butger im neuen Trauungszimmer, dem Sophie-Rüscher-Raum.

Warum gehen Menschen ins Museum? Um sich zu informieren. Etwas über Geschichte, Kunst und Kultur zu erfahren. So auch im Museum Schiff in Laufenburg. In dem historischen Altstadtgebäude aus dem 16. Jahrhundert können sich Frau und Mann nicht nur trauen in längst vergangene Epochen einzutauchen, sie können sich hier auch wirklich trauen lassen. Hier, an diesem historischen Ort den gemeinsamen Schritt in die Zukunft machen.

«Wir hatten in der Sophie-Rüscher-Stube einen Wasserschaden. Der Raum musste deshalb sanft saniert werden», so Hannes Burger, Präsident des grenzüberschreitenden Laufenburger Museumsverein. Im Rahmen dieser Sanierung kam beim Museumsteam auch die Idee auf, das stilvolle Zimmer für Trauungen anzubieten. Der Vorschlag stiess bei den Verantwortlichen des regionalen Zivilstandsamtes des Bezirks Laufenburg auf offene Ohren. Und nachdem auch der Kanton sein Einverständnis erklärt hatte, stand dem sich Trauen lassen im Museum nichts mehr entgegen. «Bereits sechs Paare haben hier geheiratet», freut sich Hannes Burger über das Interesse an dieser speziellen Trauungslokalität.

«Für uns als Zivilstandsbeamtinnen ist es natürlich eine Bereicherung, ein weiteres, attraktives Trauungslokal anbieten zu können», sagt Martina Wirthlin. Die Leiterin des regionalen Zivilstandsamtes lobt zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Museumsverein. Sie erklärt weiter, dass das Museumszimmer gerne von kleinen Gesellschaften bis maximal zwölf Personen genutzt wird. Aber auch sehr gerne von Paaren, die nur mit den Trauzeugen zur Trauung erscheinen und den intimen Rahmen im Museum sehr schätzen.

«Es ist für uns eine schöne Abwechslung und wir empfinden Trauungen im Museum immer als sehr angenehm, die Stimmung in diesen altehrwürdigen, gepflegten Räumen ist immer eine ganz besondere und gute: Wir arbeiten gerne dort!», sagt Martina Wirthlin. Da auf der Homepage des Zivilstandamtes auf das besondere Trauungslokal hingewiesen wird, seien auch schon Anfragen von auswärts eingegangen. «Wir sind überzeugt, dass es eine sehr gute Entscheidung war, Trauungen im Museum durchzuführen, und dass die schöne Stube zukünftig noch vermehrt dafür genutzt werden wird.»

Museumsverantwortlicher Hannes Burger ist gerne bereit, Paaren, die sich überlegen im Museum Schiff zu heiraten, die Räumlichkeiten zu zeigen. Apropos zeigen: Burger richtet im Sophie-Rüscher-Raum den Blick auf ein Gemälde von Kaiserin Maria Theresia. Das Bild hängt an der Wand hinter dem Trautisch. «Sie ist jetzt schon bei der Heirat dabei und nicht nur im Laufenburger Gerichtssaal bei Scheidungen anwesend.» Maria Theresia habe sich übrigens nie scheiden lassen, so Burger. Mit einem Augenzwinkern meint er: «Vielleicht nehmen sich die Paare an der
Kaiserin ein Beispiel. Neben ihrer Regierungsaufgabe hat sie 16 Kinder geboren.»