Schupfart

Ja zum Pachtvertrag für den Flugplatz – Mehrzweckhalle wird saniert

Der Flugbetrieb auf dem Flugplatz Schupfart geht auch in den kommenden 25 Jahren weiter. Die Ortsbürger stimmten dem neuen Pachtvertrag mit dem Aero-Club zu. Die Einwohner bewilligten 2 Millionen Franken für die Mehrzweckhalle.

Marc Fischer
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Startbahn frei: Der neue Pachtvertrag für den Flugplatz Schupfart ist bewilligt.

Startbahn frei: Der neue Pachtvertrag für den Flugplatz Schupfart ist bewilligt.

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Eine emotionsgeladene Sommergemeindeversammlung, die in der Rückweisung des Pachtvertrags für den Flugplatz gipfelte, Leserbriefe im Vorfeld der Versammlung vom Freitag: Alles deutete auf weitere Diskussionen um den Flugplatz Schupfart hin.

Das Gegenteil war der Fall. Raphael Erni, der im Namen der Finanzkommission im Juni noch den Rückweisungsantrag gestellt hatte, entschuldigte sich für eine damalige Fehlinterpretation der Flugbewegungszahlen und dafür, dass die Finanzkommission den Gemeinderat nicht vorgängig über ihren Antrag informiert hatte.

Ja zur Sanierung, obwohl der Haushalt belastet wird

Zwei Millionen Franken seien für Schupfart ein «Riesenbrocken», betonte Gemeindeammann Bernhard Horlacher bei der Debatte über die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle. Er verhehlte auch nicht, dass Schupfart nach Abschluss des Projektes an die Überschuldungsgrenze komme. «Aber in den kommenden Jahren planen wir dafür kaum Investitionen, sodass wir die Vorlage verantworten können.» Anders sah dies ein Votant: «Das ist Salamitaktik, es ist eine deutlich höhere Steuererhöhung nötig, als die im Budget vorgeschlagenen 4 Prozent, um das Projekt zu finanzieren.»
Tatsächlich wäre mittel- bis langfristig gar eine Erhöhung um 6 bis 8 Prozent nötig, führte Horlacher an, aber: «Ab 2018 gibt es zu viele Unsicherheiten.» Er verwies dabei vor allem auf den neuen Finanz- und Lastenausgleich und den möglichen Zusammenschluss der Gemeinden Stein, Mumpf, Obermumpf und Schupfart. Deshalb habe sich der Gemeinderat auf den «überblickbaren Zeitraum von drei Jahren konzentriert» und sich für eine Erhöhung um 4 Prozent entschieden.
Die Schupfarter Stimmberechtigten folgten sowohl bei der Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle als auch beim Budget mit dem neuen Steuerfuss von 119 Prozent dem gemeinderätlichen Antrag. Die Ortsbürger beschlossen zudem, die Sanierung der Mehrzweckhalle mit 227 000 Franken zu unterstützen. (mf)

Erni zeigte sich zudem zufrieden, dass der Pachtzins von 28 500 Franken garantiert, dass Schupfart auch bei weniger als 12 000 Flugbewegungen jährlich finanziell nicht schlechter gestellt ist als im alten Vertrag von 1994.

Sanierungen stehen an

Die Ortsbürger hatten keinen weiteren Diskussionsbedarf, zumal die Flugfeldöffnungszeiten gleich bleiben wie im alten Vertrag. 60 der 62 Anwesenden stimmten dem neuen Pachtvertrag zu. Da das Quorum von 43 überschritten wurde, ist der Entscheid nicht referendumsfähig und damit definitiv.

Im Gespräch mit der az zeigte sich Roger Stieger, Präsident der Sektion Fricktal des Aero-Clubs Schweiz, erleichtert. «Wir sind angewiesen auf diesen Vertrag. Es stehen Investitionen in die Infrastruktur an. Und nun können wir die Planungen aufnehmen und mit Banken über Hypotheken verhandeln.» Der Hangar müsse saniert werden, die Tankstelle ebenso. «Die Schätzungen belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken», so Stieger. Er betonte, dass es sich um eine «reine Sanierung und keinen Ausbau» des Flugplatzes handelt.

Auch Gemeindeammann Bernhard Horlacher freute sich über den Entscheid. «Ein vertragsloser Zustand wäre unhaltbar gewesen», so der Ammann im Hinblick darauf, dass Schupfart den Pachtvertrag auf Ende 2014 gekündigt hatte, um Neuverhandlungen zu ermöglichen. Der Lärmfonds sei ein gutes Instrument.

Der AEC zahlt künftig jährlich 4000 Franken in den Fonds und kann das Geld für lärmmindernde Massnahmen verwenden. Übersteigt der Fonds 20 000 Franken, geht der Überschuss an die Gemeinde. «Wir wollen allerdings mit dem Fonds nicht Geld verdienen», so Horlacher, «sondern wünschen uns, dass der Lärm wirklich minimiert wird.»