Gipf-Opberfrick

Jetzt will Nancy Holten Schweizerin werden

Sie kämpft gegen Kirchenglocken, Tiere im Zirkus und gegen Kuhglocken – jetzt möchte Nancy Holten aus Gipf-Operfrick den roten Pass. Die Bewohner des Fricktaler Dorfes sind da aber geteilter Meinung.

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Die aufmüpfige Holländerin hat sich nicht nur Freunde gemacht: Nancy Holten aus Gipf-Oberfrick wehrt sich gegen den Lärm von Kirchglocken, sagt den Kuhglocken den Kampf an und setzt sich für einen Zirkus ohne Tiere ein. Ihr neustes Projekt: Sie will Schweizerin werden.

«Weil ich mich hier sehr wohl fühle, ich lebe seit 32 Jahren in der Schweiz, bin als kleines Mädchen mit meiner Mutter hierhergezogen und liebe die Schweiz wirklich sehr», erklärt Holten gegenüber dem Regionalsender «TeleM1».

Die Dorfbewohner von Gipf-Oberfrick sind über die Ambitionen von Holten geteilter Meinung, wie eine Umfrage zeigt. «Ablehnen und nach Hause schicken nach Holland», findet eine Passantin unverblümt. «Fände ich nicht so gut» sagt eine andere zu Holtens Idee. «Sie macht im Moment ein bisschen viel Rummel im Dorf.»

Doch nicht alle sind dieser Ansicht: «Die Kirchglocken-Geschichte ist kein Ausschlusskriterium. Ich denke, sie hätte trotzdem eine Chance», meint eine junge Frau.

Auch SVP-Nationalrat Maximilian Reimann hätte nichts dagegen. «Sicher ist sie dem einen oder anderen mit ihrer Stänkerei über die Glocken auf den Wecker gegangen. Aber ich glaube, sie macht jetzt einen Schlussstrich.» Ihm seien die Holländer sympathisch. «Ich kann mir vorstellen, dass ich auch noch Ja stimmen werde.»

Holten ist zuversichtlich, dass sie die Einbürgerung schaffen wird. «Ich kassiere den einen oder anderen kritischen Blick, aber ich habe im Dorf auch Verstärkung», sagt sie. So erhalte sie am Samstag bei der Demonstration «Zirkus ohne Tiere» Unterstützung.

Die Unterlagen hat Holten bereits eingereicht. Jetzt büffelt sie fleissig für ihren Einbürgerungstest.