Sisslerfeld

Jugendliche der Sisslerfeld-Gemeinden sollen mehr Möglichkeiten erhalten

Die vier Sisslerfeld-Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein planen eine gemeinsame offene Jugendarbeit. An den Gemeindeversammlungen Ende November und Anfang Dezember legen sie das Projekt der Bevölkerung zur Genehmigung vor.

Marc Fischer
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Urs Schmid, Karin Etterli, Arsène Perroud, Benie Ankli und Gerhard Zumsteg.

Urs Schmid, Karin Etterli, Arsène Perroud, Benie Ankli und Gerhard Zumsteg.

AZ

Vorgesehen ist eine Pilotphase von drei Jahren mit einem Jugendmobil, das an verschiedenen Treffpunkt von Jugendlichen präsent ist. Das Projekt wird vom Kanton unterstützt, die übrigen Kosten teilen sich die vier Gemeinden gleichmässig.

Erste Gespräche über ein gemeinsames Projekt für Jugendliche hätten bereits vor rund drei Jahren stattgefunden, erläuterte der Eiker Gemeinderat Gerhard Zumsteg stellvertretend für seine Amtskollegen aus den anderen Gemeinden. Aus den informellen Gesprächen ist eine Arbeitsgruppe entstanden, die nun mit fachlicher Unterstützung von Arsène Perroud ein Umsetzungskonzept erarbeitet hat. Perroud ist soziokultureller Animator und Stellenleiter des Vereins Jugend und Freizeit in Wohlen.

«Ziel der offene Jugendarbeit ist es, dass Jugendliche ein hohes Selbstwertgefühl sowie ausgeprägte Sozial- und Handlungskompetenzen haben und sich aktiv an Prozessen des Gemeinwesens beteiligen», führte Perroud aus. Zielgruppe der offenen Jugendarbeit in den Sisslerfeld-Gemeinden sollen Jugendliche im Oberstufenalter, zirka von 12 bis 16 Jahren, sein.

Eine Bedarfsabklärung, die von der Fachhochschule Nordwestschweiz unter den Jugendlichen der vier Gemeinden durchgeführt wurde, hat zudem ergeben, dass das bestehende Angebot für Jungen breiter ist. Deshalb dürften in der offenen Jugendarbeit Mädchenprojekte stattfinden. «Daneben», so Perroud, «gilt es aber auch Eltern, Lehrkräfte Jugendverbände oder Jugendpolizei einzubinden.»

In allen Gemeinden präsent

Dank einem Jugendmobil - einem Bus mit Infomaterial und Unterhaltungsmöglichkeiten - soll die offene Jugendarbeit in allen vier Gemeinden präsent sein. Zudem ist vorgesehen, dass die Jugendarbeit im Internet in sozialen Netzwerken wie Facebook vertreten ist. Geplant ist auch eine Anlaufstelle in Stein. Diese soll - wie der Bus auch - fixe Betriebszeiten habe. «Wir haben einen pädagogischen Auftrag, deshalb werden die Zeiten wohl an den schulfreien Nachmittagen bis spätestens 21 Uhr sein», führte Perroud dazu aus.

Hinzu kommen weitere Projekte, die mit den Jugendlichen zusammen erarbeitet werden sollen. Geleitet werden soll die offene Jugendarbeit durch zwei Fachpersonen mit einer Ausbildung im Bereich soziokultureller Animation - im Idealfall eine Frau und ein Mann - , die sich das 100-Prozent-Pensum teilen. Der gesamte operative Teil wird im Mandat an den Verein Jugend und Freizeit übergeben, der im Freiamt schon viele Erfahrungen mit derartigen Projekten gesammelt hat.

Trägerschaftsmodell

Organisiert und finanziert wird die offene Jugendarbeit als Trägerschaft. Es soll eine Jugendkommission bestehend aus Gemeindevertretern der vier Gemeinden gebildet werden. Zusätzlich werden auch zwei Jugendliche sowie Vertreter von Schule und Kirche Einsitz nehmen.

Die Betriebskosten der Pilotphase belaufen sich im ersten Jahr auf 124000 Franken in den Folgejahren auf 153000 und 156000 Franken. Hinzu kommen einmalige Investitionskosten von 47000 Franken. Der Kanton hat einen namhaften Beitrag ins Budget aufgenommen, die übrigen Kosten werden gleichmässig auf die vier Gemeinden verteilt. Gerechnet wird mit 8 500 Franken Investitionskosten, sowie Betriebskosten zwischen 22 875 und 28 500 Franken jährlich pro Gemeinde.

Über eine erfolgreiche Umsetzung des vorliegenden Konzepts entscheiden nun zunächst die Stimmbürgerinnen an den Gemeindeversammlungen. Die Behördenvertreter Gerhard Zumsteg (Eiken), Urs Schmid (Sisseln), Karin Etterlin (Münchwilen) und Benie Ankli (Stein) zeigten sich zuversichtlich. Der Bedarf sei vorhanden und die Echos nach bisherigen Informationen stets positiv gewesen. Sagen die Stimmbürger Ja, liegt der Ball dann bei den Jugendlichen. «Denn», so Perroud, «eine erfolgreiche Jugendarbeit steht und fällt immer mit der Beteiligung der Jugendlichen.»