Laufenburg
Museum Schiff zählt am ersten Tag der Öffnung nach dem Lockdown zwei Besucher

Enttäuscht darüber ist Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, nicht. Der Mittwoch sei ohnehin ein schwacher Tag. Er setzt auf die Wochenenden und darauf, bald wieder Gruppenführungen anbieten zu können.

Dennis Kalt
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Archivarin Ariane Dannacher und Hannes Burger (Mitte) konnten die Vernissage zur aktuellen Ausstellung «Bilder erzählen Geschichten» damals im Oktober nur im kleinen Rahmen abhalten.

Archivarin Ariane Dannacher und Hannes Burger (Mitte) konnten die Vernissage zur aktuellen Ausstellung «Bilder erzählen Geschichten» damals im Oktober nur im kleinen Rahmen abhalten.

Bild: Charlotte Fröse (10. Oktober 2020)

Nicht nur Läden dürfen seit dem 1. März wieder für ihre Kunden öffnen. Das Gleiche gilt etwa auch für Museen und ihre Besucher. Doch während die Detailhändler rege von den Öffnungsmöglichkeiten Gebrauch machten, warten die meisten der Museen im Fricktal mit der Öffnung zu.

So startet etwa das Fricktaler Museum in Rheinfelden am 27. März mit «Rheinfelden – Unter Strom! Vom Dreiland in die Welt» in die neue Saison. Das Rehmann-Museum in Laufenburg bereitet sich derzeit für die Eröffnung der Ausstellung «Müssen wir da durch?» am 26. März vor, und das Fricker Sauriermuseum plant, diesen Sonntag erstmals dieses Jahr für Besucher zu öffnen.

Anders das Museum Schiff in Laufenburg. Nach dem Lockdown ab Mitte Dezember öffnete es erstmals am Mittwoch wieder mit «Bilder erzählen Geschichten», in der Aquarelle die Stadt Laufenburg in all ihren Farben zeigen.

Das Aquarell des Malers Friedrich Huster zeigt den Laufenburger Marktplatz mit der Marktgasse.

Das Aquarell des Malers Friedrich Huster zeigt den Laufenburger Marktplatz mit der Marktgasse.

Bild: Charlotte Fröse (10. Oktober 2020)

Anwesend bei der Wiedereröffnung war auch Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins Laufenburg. Er sagt:

«Wir hatten an diesem Tag zwei Personen zu Besuch.»

Enttäuscht darüber ist er jedoch nicht. «Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass am ersten Tag viel los sein wird.» Auch, weil der Mittwoch ohnehin meist ein schwacher Besuchertag sei und das sonnige Frühlingswetter, bei dem so manch einer lieber den Rhein entlang spaziere, auch kein ideales Museumswetter darstelle. Wichtig sei die Öffnung trotzdem gewesen, um ein Zeichen zu setzen, nach dem Motto: Wir sind wieder da.

Burger geht davon aus, dass die Ausstellung am Wochenende – das Museum Schiff ist wieder samstags und sonntags geöffnet – besser frequentiert sein wird. «Ich gehe von etwa je zehn Besuchern an diesen beiden Tagen aus», sagt er.

Gemäss Burger soll die aktuelle Ausstellung, die ursprünglich bis in den April vorgesehen war, bis Herbst verlängert werden. Burger sagt:

«Die Ausstellung kam vor der Schliessung super an. Einige Besucher haben sie sich sogar mehrmals angeschaut.»

Auch habe er bereits «einen Haufen an Anfragen» für Gruppenführungen aus badisch Laufenburg erhalten, mit denen er jedoch coronabedingt noch zuwarten muss. «Aus diesen Gründen macht es keinen Sinn, bereits wieder die nächste Ausstellung aufzulegen», sagt Burger.

Ausstellung hat noch viel Besucherpotenzial

In der kurzen Phase vor dem Lockdown haben rund 250 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung besichtigt. Gemäss Burger zählt eine Ausstellung für gewöhnlich an die 2000 Besucher. «Da gibt es also noch Potenzial», sagt er.

Finanziell hält sich der Verlust für das Museum Schiff durch die über zwei Monate andauernde Zwangsschliessung in Grenzen. Eintritt zahlt der Besucher nicht, lässt aber meistens dem Museum einen kleinen Obolus zukommen. So schätzt Burger den Verlust etwa auf 1000 Franken. Aber: «Wir können ja auf treue Spender zählen», sagt er.

Dennoch lebe das Museum nur mit seinen Besuchern. Und so hofft denn auch Burger, dass am Wochenende so manch einer die Aquarelle des bunten Laufenburgs betrachtet.