Laufenburg
Zwei Jahre nach dem Nein zum Ausbau: Das neue Museumsprojekt kommt im November vors Volk

Bereits vor über zwei Jahren legte der Museumsverein ein Sanierungsprojekt für das in die Jahre gekommene Museum Schiff vor. Allerdings legten damals die Laufenburger Ortsbürgerinnen und Ortsbürger ihr Veto ein und lehnten eine finanzielle Beteiligung ab. Jetzt stellt der Verein die neuen Pläne vor.

Thomas Wehrli
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So könnte der neue Zugang zum Museum aussehen: Er würde neu direkt von der Fischergasse aus erfolgen.

So könnte der neue Zugang zum Museum aussehen: Er würde neu direkt von der Fischergasse aus erfolgen.

Visualisierung Lenzin Partner Architekten AG

Es gehört zu den kulturellen Leuchttürmen im Fricktal: das Museum Schiff in Laufenburg. Doch das Museum ist in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Auch die Präsentationsmöglichkeiten entsprechen nicht mehr den heutigen Museumsstandards. Deshalb soll das Museum umfassend erneuert werden.

Bereits vor gut zwei Jahren legte der Museumsverein ein erstes Projekt vor. Das Museum sollte für 4,1 Millionen Franken generalüberholt werden. Allerdings lehnten die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger in der Referendumsabstimmung ihren Kreditanteil von 850000 Franken ab – das Projekt war damit gescheitert.

Zugang direkt von der Fischergasse her

Vorerst. Denn der Museumsverein arbeitet seit Monaten an einem neuen Projekt. «Das kommt gut», ist Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, überzeugt. Neu wird der Eingang ins Museum direkt an der Fischergasse liegen. «Dadurch können wir den Zugang zum Museum behindertengerecht gestalten», sagt Burger.

Der Pachtvertrag mit dem Laufenburger Verein «Salmfänger», der bisher im Museumskeller seine «Salmigrotte» betrieb, wurde auf Ende Juni 2022 gekündigt. Die «Salmfänger» akzeptieren diese Kündigung, «weil wir der Planung nicht im Wege stehen wollen», wie sie schreiben. In der «Salmigrotte» wird nach dem Umbau der Empfangsbereich eingerichtet und von hier aus kann auch das Museum angefahren werden. Zudem sollen die Räume der «Salmigrotte» auch konzeptionell ins Museum integriert werden.

Da es bis zum Start des Umbaus noch dauert, werden die «Salmfänger» ihr Lokal noch bis Ende Juni 2023 betreiben können. Wie es danach weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Events werde es weiter geben, draussen oder in einem neuen Lokal, so der Verein.

Restaurant kann an der Fasnacht genutzt werden

Wie im ersten Projekt soll das Dachgeschoss als Ausstellungsraum genutzt werden. Allerdings wird es im neuen Projekt nur eine Ausstellungsebene geben. Im Dachgeschoss soll die jährlich wechselnde Ausstellung gezeigt werden, im ersten Stock die Dauerausstellung.

Erhalten bleibt, wie im ersten Projekt, die Zunftstube. Das Restaurant nebenan kann auch künftig als Fasnachtslokal genutzt werden. Burger sagt:

«Die Details des Projektes werden derzeit noch ausgearbeitet.»

Über die Kosten kann er deshalb noch nichts sagen. «Aber wir haben bereits grosse Spendenzusagen», so Burger. An der Generalversammlung im letzten Herbst sprach Projektleiter Joe Schnetzler von einer halben Million Franken, die Private als Spenden zugesagt haben. Auch Swisslos sei wieder an Bord, fügt Burger an.

Im November will der Museumsverein mit dem Projekt vors Volk und an der Einwohner- und der Ortsbürgerversammlung je einen Beitrag ans Projekt holen. Burger ist zuversichtlich, dass es im zweiten Anlauf gelingt. Burger sagt:

«Wenn alles glattgeht, können wir Ende 2023 mit dem Umbau beginnen.»

Dann würde das neue Museum seine Türen erstmals 2025 öffnen – «gerade rechtzeitig zum grossen Narrentreffen, das 2026 in Laufenburg stattfindet und viele Besucherinnen und Besucher nach Laufenburg locken wird».

Zufrieden ist Burger auch mit dem Umzug des Archivs in die Zivilschutzanlage in Rheinsulz. «Alle Bilder sind bereits in Rheinsulz eingelagert und wir konnten dank der Mithilfe von Vereinsmitgliedern auch bereits einen Grossteil der Keramik nach Rheinsulz bringen.» Insgesamt rund 1000 Bilder besitzt der Museumsverein sowie rund 300 Keramikstücke, vor allem von Hans Lifka. Noch definitiv gelöst werden muss die Klimatisierung in Rheinsulz.

Museumsverein bildet das Fundament

«Der Verein ist das Fundament des Museums», sagt Burger. Aktuell zählt er rund 360 Mitglieder. «Mit dem neuen Museum werden wir die Mitgliederzahl auf über 500 steigern können», ist Burger zuversichtlich. Die Mitglieder stammen dabei aus der ganzen Region und von beiden Seiten des Rheins. «Das Museum ist in der ganzen Region verankert», freut sich Burger, der betont:

«Das Museum will auch ein Museum für die Region sein.»

Burger weiss: Nur dank der ehrenamtlichen Arbeit ganz vieler Vereinsmitglieder sind die Ausstellungen für den Verein zu meistern. Diese Ausstellungen machen Geschichte lebendig, sie schreiben die Geschichten zur Geschichte. Oder wie es auf der Website des Vereins heisst: «Museumsarbeit macht Veränderungen erlebbar, erzeugt Bewusstsein und Identität.

Die aktuelle Ausstellung beleuchtet unter dem Titel «Gefahr am Fluss» die verschiedenen Aspekte des Rheins. Links Hannes Burger, rechts Ariane Dannacher.

Die aktuelle Ausstellung beleuchtet unter dem Titel «Gefahr am Fluss» die verschiedenen Aspekte des Rheins. Links Hannes Burger, rechts Ariane Dannacher.

Andrea Worthmann

Das sind Eigenschaften, die unsere Gesellschaft stabilisieren und gegen vordergründige Verführung immunisieren.» Dies will auch die aktuelle Ausstellung «Gefahr am Fluss», die den Rhein als Risiko- und Wirtschaftsfaktor für Fischer, Flösser, Schiffer, Reisende und Touristen ausleuchtet. «Die Ausstellung ist sehr gut angelaufen», freut sich Burger. Bereits mehr als 600 Besucherinnen und Besucher liessen sich bei freiem Eintritt auf die Geschichten ein, die Geschichte schrieben.