Möhlin
Lehrerkollegium macht vor, wie es klingen soll

Zum Auftakt zum 40-Jahre-Jubiläum konzertierten alle Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam. Präsentierten in der röm.-kath. Kirche frühlingsbunte Werke von Komponisten aus vier Jahrhunderten, vom Barock bis hin zur Gegenwart.

Ingrid Arndt
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Das gesamte Lehrerteam der Musikschule Möhlin gestaltete in diesem Jahr das Jubiläumskonzert. ARI

Das gesamte Lehrerteam der Musikschule Möhlin gestaltete in diesem Jahr das Jubiläumskonzert. ARI

Es war ein ganz besonderer Genuss, die zahlreichen Besucher waren begeistert und dankten mit Applaus. Katharina Enders, Leiterin der Schule, betonte bei ihrer Begrüssung, dass nur durch das unermüdliche Engagement und die exzellente fachliche Qualifikation der Lehrpersonen das hohe Niveau der Einrichtung und die gute Ausbildung der Kinder und Jugendlichen möglich ist. Und dieses Können stellten sie an diesen Abend bestens unter Beweis.

Das Programm wurde von der Empore aus mit einer festlich jubilierenden Toccata vom italienischen Komponisten und Musiktheoretiker, Padre Giambattista Martini (1706-1784) eröffnet, dargeboten an Orgel und Piccolo-Trompete. Martini galt damals in musikalischen Fragen als höchste Instanz, seine Werke erregten grosse Aufmerksamkeit. Mit ihren schnellen Läufen und Wechseln liessen die Interpreten den üppigen, imposanten Glanz jener Zeit auf das Eindrücklichste wieder auferstehen.

Vom Schweizer Matthias Heep (1965), renommierter Theorielehrer und Musikwissenschaftler, war solistisch auf an der Orgel ein getragenes Präludium zu hören, lebhaft und voller Leichtigkeit danach die Badinerie und die herrlich innige Arie «Sich üben im Lieben» von Johann Sebastian Bach (1685-1750). Der Frühling steht vor der Tür, also welche Aufforderung könnte da schöner sein.

Dynamisch keck das muntere Zusammenspiel bei Josef Haydns (1732-1809) Trio D-Dur zwischen Querflöte, Violoncello und Klavier, nicht alltäglich danach der flotte «Florin Dixi» von Matthias Friedrich (1954), der sich vor allem auch mit seinem kraftvollen Bass auf fast allen Opernbühnen der Welt einen Namen gemacht hat. Eine Prise Exotik zauberte bei diesem Stück das Xylofon.

Romantisch berührend das Lied von Charles Gounod (1818-1893) «Mein Geliebter sprach...». Ein wenig erinnerte die Melodie an das bekannte «Ave Maria». Aufregend, wild mit modernen Notenkaskaden jagte das 2007 komponierte Trio von Russel Peterson (1969) durch den Raum, enthusiastisch klatschten die Gäste für dieses packende, vehemente Spiel.

Eng verbunden mit dem Tango Nuevo ist der Argentinier Astor Piazzolla (1921-1992), einer Art des Tango, der eher zum zuhören als zum tanzen einlädt. Emotional und zugleich melancholisch die Tango Etude Nr.3, tief anrührend interpretiert das Klarinettensolo in «Soledad» (Einsamkeit), ebenfalls von Piazzolla.

Geheimnisvoll mystisch kam die Einleitung zu Thomas Bergmanns (1956) «Die andere Seite der Sphinx» daher, mit fröhlicher Leichtigkeit übernahmen die Gitarren das Thema. Ein Feuerwerk an Lebenslust zündeten alle Lehrer gemeinsam zum Schluss mit dem temperamentvollen Ungarischen Tanz Nr.5 von Johannes Brahms (1833-1897), hinreisend der häufige Wechsel zwischen schnellen und langsamen Tempi, zwischen Dur und Moll mit einem schmelzenden Hauch Zigeunermusik. Wunderschön auch die kleinen Soli der einzelnen Instrumente und Register. Dieses Stück wollten die Zuhörer unbedingt noch einmal hören.

Die Interpreten des Konzerts waren: Andreas Meier (Piccolo-Trompete), Bernadette Schmidlin (Orgel, Klavier), Illianna Meier-Garnier, Annelis Hungerbühler, (beide Blockflöte), Sonja Frischknecht (Violoncello), Claudia Götting (Gesang), Anna Wyszomirska (Querflöte), Isabelle Marti (Xylophon), Valfrido Valeri (Klavier), Matthias Müller (Violine), René Straub (Alt-Saxofon), Romeo Knöbel (Klavier), Melinda Maul-Nemtanu (Klarinette), Priska Herzog (Akkordeon), Anita Ramade (Klavier)Thomas Bergmann (E-Gitarre), Günter Räuber (E-Bass), Katharina Enders (Flöte), Sabine Ging (Gitarre), Luca Preite (Gitarre).