Fricktal

Naturschützer wollen dem Steinkauz das Nest bereiten – und ihn so von der Roten Liste streichen

300 Steinkauz-Reviere soll es bis 2031 in der Schweiz geben. Das ist eines der im Aktionsplan definierten Ziele. Das Fricktal wird darin als ein Potenzialgebiet genannt.

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Im süddeutschen Raum gibt es den Steinkauz noch. Von hier aus soll die Eulenart auch das Fricktal wieder besiedeln.

Im süddeutschen Raum gibt es den Steinkauz noch. Von hier aus soll die Eulenart auch das Fricktal wieder besiedeln.

Zur Verfügung gestellt

Ein alter Bekannter soll ins Fricktal zurückkehren: der Steinkauz. Die gerade mal 20 Zentimeter grosse Eulenart gilt in der Nordwestschweiz seit über 30 Jahren als ausgestorben. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der Schweiz. Bestände mit mindestens 20 Brutpaaren gibt es nur in den Kantonen Genf und Jura. Das soll sich aber ändern.

Massnahmen für den Lebensraum

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, die Schweizerische Vogelwarte und das Bundesamt für Umwelt haben gemeinsam einen «Aktionsplan Steinkauz» ausgearbeitet. Er tritt im kommenden Jahr in Kraft.

Das Ziel ist die Erhaltung und Förderung des Steinkauzes. Das Fricktal wird im Aktionsplan als eines der Gebiete mit «der grössten Wahrscheinlichkeit einer Wiederbesiedlung» beschrieben.

«Die Landschaft stimmt grundsätzlich immer noch und verbessert sich», sagt Françoise Schmit, Projektleiterin von BirdLife Schweiz.

Seit einigen Jahren ist man daran, Hochstammobstgärten zu fördern, mardersichere Nisthöhlen anzubringen, Bäume mit Totholz und Höhlen zu erhalten sowie eine vielfältige Vegetation am Boden – und damit auch verschiedene Insektenarten – zu fördern.

Der Steinkauz soll einwandern

«Der Kauz braucht offene und vielfältig landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Wiesen, Weiden, Hochstammobstgärten und Einzelbäumen», sagt Schmit. Er betreibt in der Regel eine sogenannte Ansitzjagd, wartet also auf einem erhöhten Beobachtungsposten und greift seine Beute am Boden oder aus der Luft.

Steinkäuze können ebenso durch das Gras rennen, um Mäuse zu fangen. «Wichtig ist daher, dass die Vegetation am Boden teilweise niedrig und nicht zu dicht ist», so Schmit.

Bei der Rückkehr des Steinkauzes ins Fricktal ist neben dem verbesserten Lebensraum eines mitentscheidend: die Grenznähe. Nördlich des Rheins im Gebiet um Lörrach und um den Kaiserstuhl gibt es Populationen.

Im Dreiländereck besteht deshalb bereits seit dem Jahr 2000 das trinationale Steinkauzprojekt. Daran beteiligt sind neben BirdLife weitere Organisationen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Bereits Vögel gesichtet

«Dank des Programms hat der Bestand der Steinkäuze hier wieder zugenommen», sagt Schmit. Vor allem aus Deutschland sind bemerkenswerte Zahlen bekannt. Der Bestand beim Kaiserstuhl etwa nahm zwischen 1993 und 2014 von 6 auf 56 Paare zu.

«Wenn es den Populationen in Grenznähe gut geht, werden sie sich ausbreiten – auch ins Fricktal», ist Schmit überzeugt. Als gutes Zeichen wertet sie, dass im Herbst, wenn sich die Jungvögel ausbreiten und ihr Revier suchen, bereits einzelne Steinkäuze in der Region gesichtet wurden.

Dereinst soll der Steinkauz wieder von der Roten Liste der gefährdeten Arten verschwinden. Bis 2031 soll der Bestand in der Schweiz 300 Reviere betragen. «Das ist aber noch ein weiter Weg», sagt Schmit.