Kriminalität

Nur 56 Einbrüche: Polizeipatrouillen zeigen im Fricktal Wirkung

Die Polizei Oberes Fricktal konnte trotz knappem Personal die uniformierte Präsenz steigern. Künftig will sie selber Asprianten ausbilden.

Marc Fischer
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Im Einzugsgebiet der Polizei Oberes Fricktal gab es 2019 nur 56 Einbrüche. (Symbolbild)

Im Einzugsgebiet der Polizei Oberes Fricktal gab es 2019 nur 56 Einbrüche. (Symbolbild)

KEYSTONE/WALTER BIERI

9879 Stunden uniformierter Präsenz weist die Statistik der Polizei Oberes Fricktal für das Jahr 2019 aus. Das sind 545 Stunden mehr als noch im Vorjahr. Und auch prozentual ist der Anteil von 43 auf 47 Prozent gestiegen. Gefordert werden gemäss den Standards 30 Prozent.

«Doch wir wollen uns nicht am Minimum orientieren, sondern möglichst das Maximum herausholen», sagte Polizeichef Werner Bertschi bei der Präsentation des Jahresberichts. Dies sei im letzten Jahr gelungen – obwohl die Personalsituation wegen Vakanzen und Absenzen angespannt war.

Tiefes Einbruchsniveau konnte gehalten werden

Einen Schwerpunkt setzte die Regionalpolizei im vergangenen Jahr auf die Bekämpfung von Einbrüchen. Dafür investierte man etwas weniger Zeit in allgemeine Präventivpatrouillen, etwa auf Schulanlagen. Die Zahlen geben den Verantwortlichen recht. Nur gerade 56 Einbrüche wurden im Jahr 2019 im Einzugsgebiet der Polizei Oberes Fricktal verzeichnet. Nochmals einer weniger als im Vorjahr. «Wir konnten damit das sehr tiefe Niveau halten» freut sich Werner Bertschi.

Zum Vergleich: 2014 gab es im oberen Fricktal noch 151 Einbrüche und die Nachbarregionen Brugg und Rheinfelden verzeichneten letztes Jahr 193 beziehungsweise 103 Einbrüche. Bertschi fügte an, dass bei den Einbruchszahlen viele Faktoren eine Rolle spielten. «Aber die Polizeipräsenz ist sicher ein Mosaiksteinchen, das zu den niedrigen Zahlen in unserer Region beiträgt.»

Insgesamt behandelte die Polizei Oberes Fricktal im letzten Jahr 1732 Fälle, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Knapp 900 davon waren Rechtshilfeersuchen von anderen Amtsstellen. Die vorläufigen Festnahmen gingen von 50 auf 37 zurück, die Fälle von häuslicher Gewalt stiegen von 62 auf 67.

Ab April ist das Korps wieder in Vollbesetzung

Ebenfalls etwas gestiegen sind die Anzeigen wegen Strassenverkehrsdelikten – die meisten davon erfolgten wegen nicht bezahlten Bussen oder leichten Delikten. Aufgrund der Personalsituation führte die Regionalpolizei weniger Geschwindigkeitskontrollen durch als im Vorjahr, wie Werner Bertschi sagte. Man konzentrierte sich dabei vermehrt auf die Hauptverkehrsachsen, weshalb die Zahl der kontrollierten Fahrzeuge fast gleich hoch war wie im Vorjahr. Die Übertretungsquote lag bei sechs Prozent.

Im laufenden Jahr wird die Polizei Oberes Fricktal in Sachen Verkehr das Hauptaugenmerk darauflegen, dass signalisierte Fahrverbote – insbesondere solche zur Vermeidung von Schleichverkehr bei Baustellen – eingehalten werden. Zudem soll vermehrt kontrolliert werden, ob Autolenker unter Drogeneinfluss fahren. Weiter soll die Präsenz am Bahnhof Frick weiter gesteigert werden. «Die Polizeipräsenz an solchen Hotspots hat auch Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung», weiss Bertschi.

Ab April ist das Korps erstmals seit gut einem Jahr wieder in Vollbesetzung (1490 Stellenprozente). So lange dauerte es, bis eine Vakanz besetzt werden konnte. «Der Markt ist ausgetrocknet», sagt Bertschi. Andere Polizeikorps im Aargau hätten schon vor fünf Jahren Probleme gehabt, nun habe es auch die Polizei Oberes Fricktal getroffen.

«Jedes Korps muss seinen Beitrag an die Ausbildung neuer Polizisten leisten», so Bertschi weiter. Die politische Führung habe deshalb beschlossen, dass man wieder vermehrt selber Aspiranten ausbilden wolle. Die erste Ausschreibung soll bereits im März erfolgen, wie der Fricker Ammann und Präsident des Führungsausschusses, Daniel Suter, sagte.