Laufenburg

Nur neue Lieder am 3. Aargauer Fest der Liedermacher

Troubadix im Glück: Das nach dem gallischen Barden benannte 13. Aargauer LiedermacherInnen-Fest in der Laufenburger Altstadt ging bei idealen Bedingungen über die Bühne.

Peter Schütz
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Zugabe am Liedermacherfestival in Laufenburg
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Spontanes Trio
Ein Metal-Fan als Liedermacher
Fest der Liedermacher
Die Troubadix-Kommentatoren
Beesi und Bärbeli

Zugabe am Liedermacherfestival in Laufenburg

Mit über 20 Musikern und Musikerinnen aus verschiedenen Regionen boten die Veranstalter einen bunten und qualitativ hochwertigen Überblick über die schweizerische Liedermacherszene. „Troubadour, schau auf die Uhr", lautete eine der Regeln. Was bedeutete: Jeder Auftritt war auf zehn Minuten begrenzt. Die weiteren Regeln: Es durften nur selbstgeschriebene und nur neue Lieder gespielt werden.

Keine Vorgabe gab es bei der Instrumentenwahl. Erlaubt war, was gut klang: Gitarre, Dudelsack, Flöte, Akkordeon, auch Schlaginstrumente oder Plastiktüten. Das schönste Lied wurde von Publikum und Jury prämiert. Nach fünf Stunden stand die Siegerin fest: Sonja Wunderlin aus Laufenburg, Troubadix-Gewinnerin von 2009. Ihr Lied „Kei Frog vo Zit", vorgetragen am Akkordeon, erhielt die meisten Stimmen. Somit findet das nächste Troubadix wieder in Laufenburg statt. Das „Reglement" sieht nämlich vor, dass die Gewinnerin im Folgejahr das LiedermacherInnen-Fest an ihrem Wohnort organisieren darf. Das ist der Preis. Viel Ehre anstatt Geld oder Pokal. Datum und Ort vom 14. Troubadix stehen schon fest: Pfingstsonntag, 13. Mai 2013, wieder auf dem Laufenplatz in der Laufenburger Altstadt.
Petrus ganz vorne mit dabei

Noch einer spielte famos am Sonntag mit: Petrus. Er bescherte dem Troubadix feinstes Pfingstwetter. Zwar pfiff der Wind gerne über den Laufenplatz, was jedoch niemand wirklich störte. Unter den Linden beim Brunnen liess es sich aushalten. Die Veranstalter hatten an alles gedacht: Sitzbänke, angenehme, nachbarfreundliche Beschallung und natürlich die Verpflegung. Für die kam der Handwerk- und Kunst-Laden sowie das Druidenhaus auf. Es fehlte also an nichts. Das Beste aber waren die Vorträge: humoristische, politische, romantische, verklärte, mystische, wirbelnde, aufmüpfige, freche und einfach nur schöne Lieder. Da waren Könner am Werk. Künstler mit einem feinen Gespür für Rhythmik und Harmonien, für Melodien und darin eingebundene Texte. Manche Musiker erzählten Geschichten, wie sie das Leben schreibt. Andere berichteten über Gefühle, Seelenzustände oder schlichtweg grammatikalische Probleme. Die meisten Lieder wurden in Schweizerdeutsch gesungen, weniges in Hochdeutsch oder Englisch. Ach ja, und gejodelt wurde auch mal. Sogar gestrickt, wie beim Auftritt der Aarauerin Beesi, den „Bärbeli" im Hintergrund mit Nadelklappern begleitete. Kein Background-Gesang also, sondern Background-Lismete.

Am Ende gab es nur zufriedene Gesichter. Gabriel Kramer, bei dem Fäden des Troubadix zusammenliefen, bezeichnete das Fest als „sehr gut gelungen". Den Dreh hat er jedenfalls raus. Mit der Hilfe der anderen Troubadouren kann nächstes Jahr nichts schief gehen. Nur Petrus sollte dann wieder mitspielen.