Regionales Projekt
Von Kaiseraugst bis Kaiserstuhl: Der Aargauer Hochrhein soll zur Tourismus-Marke werden

Unter der Federführung von Bad Zurzach Tourismus wollen Tourismusorganisationen und Gemeinden den Aargauer Hochrhein als touristische Marke entwickeln. Bund und Kanton unterstützen das Projekt mit 60000 Franken.

Horatio Gollin
Merken
Drucken
Teilen
Die Vision ist, dass der Hochrhein – hier bei Rheinfelden – zum touristischen Hotspot wird.

Die Vision ist, dass der Hochrhein – hier bei Rheinfelden – zum touristischen Hotspot wird.

zvg/Bad Zurzach Tourismus AG

«Wenn man sich die Tourismuswerbung in der Schweiz anschaut, dann sieht man vor allem Berge, Seen und Städte», sagt Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus. Das Mittelland spiele in der Tourismuswerbung nur eine geringe Rolle. «Aber auch der Rhein, wo wir schöne Gegenden haben, existiert in der Werbung nicht oder wird nur stiefmütterlich behandelt.» Dabei habe der Rhein touristisch viel zu bieten, ist sich Schläpfer sicher.

Damit der Rhein und der Aargau als touristisches Gebiet stärker beworben werden, wurde vor einem Jahr unter der Federführung von Bad Zurzach Tourismus das Neue Regionalpolitik-Projekt Aargauer Hochrhein ins Leben gerufen.

Mit dem Namen soll einmal der Hochrhein beworben werden und zweitens der Aargau. Schläpfer:

«Wir wollten die beiden Begriffe zusammenbringen und haben damit auch eine Marke, die auch in Deutschland auftreten kann.»

Der Hochrhein ist dort als Begriff deutlich bekannter als in der Schweiz. Als Perimeter für das Projekt wurde die Region zwischen Kaiseraugst und Kaiserstuhl definiert. Die Projektleitung liegt bei Bad Zurzach Tourismus, der mit Aargau Tourismus und Tourismus Rheinfelden die Steuerungsgruppe gebildet hat.

Weitere Partner sind Laufenburg Tourismus, der Jurapark Aargau und die Gemeinden des Perimeters. Das Projekt ist für vier Jahre angesetzt. Bund und Kanton haben für die ersten zwei Jahre – also 2020 und 2021 – 60'000 Franken zur Verfügung gestellt, weitere 30'000 Franken an Eigenleistung erbringen die Tourismusorganisationen und Gemeinden.

Erlebniskarte ist aufgeschaltet

Als Ziele führte Schläpfer die unternehmerische und touristische Inwertsetzung des Perimeters an. Bestehende Angebote und Produkte sollen unter der neue Marke gebündelt werden. Schläpfer:

«Die Vision ist, dass der Hochrhein zum touristischen Hotspot wird.»

Das Potenzial sei gegeben durch eine schon vorhandene grosse Vielfalt, von der Rheinschifffahrt bei Rheinfelden über Naturschutzgebiete, Rad- und Wanderwege bis hin zu Altstädten. Bei der Bestandsaufnahme wurden 70 Angebote im Perimeter erfasst und mit einer Erlebniskarte auf der Plattform Outdooractive aufgeschaltet.

Peter Schläpfer ist Geschäftsführer der Bad Zurzach Tourismus AG.

Peter Schläpfer ist Geschäftsführer der Bad Zurzach Tourismus AG.

Mario Heller (2. November 2016)

«Es soll ein touristisches Angebot sein, aber auch im Bereich der Naherholung einiges bewegen», nahm Schläpfer auch die einheimische Bevölkerung mit in den Blick. «Wir wollen auch Vereinen wie Pontoniervereine, Fischervereine, Naturschutzvereine und Landfrauenvereine einbeziehen und Projekte mit ihnen entwickeln.»

Erste Projekte sind entwickelt

Die ersten eigene Produkte wurden schon entwickelt. Schläpfer hofft, dass die erste PostAuto-Erlebnisfahrt «Aargauer Hochrhein» am 25. Juli stattfinden wird. Als «Wellness am Hochrhein» werden Velotouren von Bad Zurzach nach Rheinfelden oder andersherum inklusive zwei Übernachtungen in den dortigen Parkhotels und Eintritt in das Thermalbad Zurzach und ins Sole Uno beworben.

Eine kulinarische E-Bike-Tour ist noch in Entwicklung sowie auch die Aufstellung von Fotospots am Hochrhein, die analog der Fotospots der «Grand Tour of Switzerland» Besucher zu Botschaftern machen sollen. Derzeit werden die Standorte noch mit den Gemeinden evaluiert.

Weitere Touren sollen entwickelt werden

Aufgrund der Coronapandemie musste die Projektplanung ein paar Mal angepasst werden, aber Schläpfer sieht das Projekt auf einem guten Weg. Ab Ende März sollen Basismassnahmen im Kommunikationsbereich starten wie die Aufschaltung einer Website als Unterseite bei Aargau Tourismus, die Vernetzung mit den Tourismus- und den kommunalen Webseiten sowie eigene Social-Media-Auftritte und ein Fotowettbewerb.

Weitere Produkte und zusätzliche Touren sollen entwickelt werden und die Planung für die zweite Projektphase 2022/23 angegangen werden. «Wir sind überzeugt, dass wir da eine tolle Sache an den Start bringen», meinte Schläpfer.