Rheinfelden
Über 2300 Menschen tummeln sich auf dem digitalen Dorfplatz – aber die beiden Rheinfelden wollen noch mehr

Die beiden Rheinfelden gehen grenzüberschreitend einen neuen Weg in der Einbindung und Vernetzung ihrer Einwohnerinnen und Einwohner: Vor einem Jahr lancierten sie den digitalen Dorfplatz von «Crossiety». Die Zwischenbilanz fällt positiv aus. Und nun soll eine neue Funktion die Plattform noch attraktiver machen.

Nadine Böni
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Die Verantwortlichen der Stadt und des Start-ups Crossiety ziehen eine positive Zwischenbilanz – trotz Corona.

Die Verantwortlichen der Stadt und des Start-ups Crossiety ziehen eine positive Zwischenbilanz – trotz Corona.

Nadine Böni / «Aargauer Zeitung»

«Wir sind froh, in diesen Zeiten eine solche Plattform zu haben.» Das sagt Klaus Eberhardt, Oberbürgermeister von Rheinfelden (Baden) und meint damit einerseits natürlich die Pandemie, andererseits den digitalen Dorfplatz von «Crossiety». Genau ein Jahr ist es her, seit die beiden Rheinfelden gemeinsam die Kommunikationsplattform lancierten.

1119 Nutzerinnen und Nutzer zählt «Crossiety» im Schweizer Rheinfelden inzwischen, 1186 sind es auf deutscher Seite. Insgesamt haben die Nutzerinnen und Nutzer 2828 Beiträge verfasst, wobei die deutsche Seite etwas aktiver war. 1866 Beiträge gehen auf ihr Konto.

Ein erstes Ziel wurde erreicht

Das Ziel, im ersten Jahr je 1000 Nutzerinnen und Nutzer auf beiden Seiten des Rheins zu gewinnen, konnte somit übertroffen werden. Ob es dank der Plattform gelingt, jüngere Generationen anzusprechen – auch das eines der Ziele –, bleibt dabei eine Vermutung: «Crossiety» erhebt aus Datenschutzgründen keine Angaben zum Alter der Nutzerinnen und Nutzer. Celestino Möhr, Leiter Kundengeschäft, sagt, dass man «in der Zielgruppe zwischen 20 und 65 Jahren gut ankommt».

So oder so fällt das Zwischenfazit von Stadtammann Franco Mazzi positiv aus. Er sagt:

«Wir sind zufrieden – wohlwissend, dass die Zahlen ohne Pandemie wohl noch deutlich höher wären.»

Denn so willkommen die Plattform in den vergangenen Monaten als zusätzlicher Kommunikationsweg und direkter Draht zu den Bürgerinnen und Bürgern auch war, so sehr hat die Pandemie den grössten Nutzen auch eingeschränkt.

«Crossiety» bietet Vereinen, Interessensgemeinschaften, Gewerbe oder Institutionen nämlich vor allem eines: Die Möglichkeit, sich zu vernetzen, gemeinsame Aktionen und Aktivitäten zu planen oder für Anlässe zu werben – wobei eben vieles davon während der vergangenen Monate kaum stattfinden konnte.

Events erfassen – und direkt Tickets verkaufen

Deshalb ist für die Verantwortlichen auch klar, wie es nun weitergehen soll. Mit Workshops, Werbeaktionen und Schulungen sollen die bestehenden Nutzerinnen und Nutzer mobilisiert und gleichzeitig neue dazugewonnen werden. Ein Ziel sei es, im laufenden Jahr die Nutzerzahlen beidseits des Rheins auf über 1500 zu steigern.

Eine attraktive Funktion wird dabei voraussichtlich schon kommende Woche eingerichtet: «Crossiety» erhält eine Schnittstelle zur Event- und Ticketingplattform Eventfrog. Veranstalter müssen ihre Anlässe somit nur noch einmal erfassen und sie erscheinen dann auf Eventfrog, auf «Crossiety» und auf der Website von Tourismus Rheinfelden – und es können direkt auch Tickets online verkauft werden. Christine Schibler, Rheinfelder «Crossiety»-Verantwortliche, ist überzeugt:

«Das ist eine Vereinfachung und ein bedeutsamer Mehrwert.»

Auch will «Crossiety» in weiteren Gemeinden in der Region Fuss fassen, um so eine Vernetzung über die Stadtgrenzen hinaus zu ermöglichen.