Rheinfelden: Neue Strukturen für den «Pelikan»

Die Betriebsgenossenschaft Augarten (BGA) übernimmt den «Pelikan» für 200000 Franken und will das Begegnungszentrum mit dem Bewohnerverein weiterbetreiben. Derweil verabschieden sich zwei Kirchen vom Begegnungszentrum im Augarten.

Peter Rombach
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Die ausserordentliche Versammlung im «Pelikan» will das Begegnungszentrum in Augarten-Regie erhalten. ach

Die ausserordentliche Versammlung im «Pelikan» will das Begegnungszentrum in Augarten-Regie erhalten. ach

Die bisherigen Anteilseigner an dem Objekt, die Römisch-katholische und die Reformierte Kirchgemeinde Rheinfelden, sehen für sich schon seit einigen Jahren keine «optimale Nutzung» mehr und möchten aussteigen. Der Weg dazu scheint nun geebnet. Und damit ist auch die Sorge weg, dass kein Externer einen Zugriff vollzieht, also den Augärtlern der «Pelikan» für Veranstaltungen, Kurse, Sitzungen oder familiäre Anlässe weiterhin zur Verfügung steht.

In den vergangenen Monaten musste viel überlegt, gerechnet und diskutiert werden. Das bestätigte auch Bruno Cereghetti, Präsident des Bewohnervereins (BV). Weil das aktuelle Vertragswerk um den «Pelikan» kompliziert ist, zeigten Banken einem Kreditengagement eher die kalte Schulter, war am Freitagabend an einer ausserordentlichen Versammlung zu hören. «Bei dem Immobilienkauf wäre ein grosser Teil des Kapitals des BV gebunden gewesen.»

Bewohnerverein bleibt im Boot

Als Variante kristallisierte sich heraus, dass ein Kauf der Kirchenanteile am «Pelikan» durch die BGA naheliegt. Deren Präsident Hansjörg Mebold präsentierte der Versammlung umfangreiches Zahlenmaterial und nannte Details: Die BGA übernimmt das Objekt; als Vertragspartner für Bewirtschaftung, Unterhalt und Werterhalt kommt der BV mit ins Boot.

Mebold beschrieb dann auch die Bedingungen für den Bewohnerverein: Zahlung von 50000 Franken in einen zu gründenden Rückstellungsfonds anstelle einer Hypothek, Leistung eines jährlichen Betrags von 10000 Franken an den Fonds für Unterhalt und Reparaturen, Unterhaltskosten und Innenrenovationen sind aus den Einnahmen des «Pelikan» zu bestreiten. Ferner wurde verlangt, eine «Vermietungsstrategie» auszuarbeiten, ebenso eine vom BV abgetrennte Buchhaltung und die Zusicherung, eventuelle Defizite jährlich auszugleichen.

WC-Anlagen in «gutem Allgemeinzustand»

Angesichts umfangreicher Recherchen und diverser Offerten von Fachunternehmen resümierte Hansjörg Mebold: «Der Pelikan befindet sich baulich wie technisch in einem sehr guten Zustand.» Und er ging auf Details ein: Der Saalbereich sei in Ordnung, über eine neue Bestuhlung müsse kurzfristig nachgedacht werden. Die Küche sei komplett ausgestattet und 2013 könne über Erneuerungen nachgedacht werden. Die WC-Anlagen erschienen zwar veraltet, befänden sich allerdings in einem «guten Allgemeinzustand».

Mit der Gebäudehülle aus Backstein gebe es keine Probleme. Ein Ersatz der Fenster, speziell aus energetischer Sicht, müsse geplant und budgetiert werden, meinte Mebold und signalisierte damit, dass hierfür allerdings ein «Zeitrahmen» bestehe. Auch das Flachdach und die technischen Anlagen in Bereichen wie Heizung und Wasser seien in Ordnung.

Namens der beiden Kirchgemeinden unterstrich Louis Spuhler, dass ein Unterbaurechtsvertrag vom April 1975 bestehe, dass sich die Kirchen eine «absolute Nutzung» zwar ausbedungen hätten, die Zeit jedoch Veränderungen ausgelöst habe. «Der Pelikan ist ein Teil des Augartens», empfahl Spuler eine Neubesetzung der Betriebskommission und kündigte an, dass die Versammlungen der Kirchgemeinden diesen Herbst über den Verkauf der Anteile entscheiden müssten. «Ein realistischer und fairer Preis wird geboten.»

Dies bestätigte auch BGA-Präsident Hansjörg Mebold. Für das Objekt nannte er einen Verkehrswert von 710000 Franken. In den nächsten zehn Jahren sei mit «massiven Sanierungskosten» nicht zu rechnen. «Der gute Unterhalt muss aber fortgeführt werden.» Aktuelle Investitionen in die Infrastruktur hielt er lediglich im Bürobereich für notwendig, um Telefon- und Datenleitungen für die EDV modern auszurichten, Beamer und Leinwände zu stellen.