Rheinfelden

Rheinfelden: Steiniger Weg zur Umweltstadt

Was die Schweizer schon haben, müssen die badischen Nachbarn noch erarbeiten: Die Auszeichnung zur «Energiestadt». Die Ziele sind schon formuliert.

Peter Rombach
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Moderne und zukunftsorientierte Energiepolitik symbolisiert auch das neue Rheinfelder Flusskraftwerk. ach

Moderne und zukunftsorientierte Energiepolitik symbolisiert auch das neue Rheinfelder Flusskraftwerk. ach

Die Zähringerstadt besitzt schon die Auszeichnung «Energiestadt», die badischen Nachbarn arbeiten noch emsig daran, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Doch es ist Land in Sicht, weil auch der Gemeinderat ennet am Rhy ein energiepolitisches Leitbild verabschiedete, um damit wieder den grenzüberschreitenden Schulterschluss herzustellen.

Ausgangsbasis bildeten bereits vor über zehn Jahren die Leitsätze der «Agenda 21», als sich beide Rheinfelden unter anderem in die Hand versprachen, die Entwicklung zu einer «energieeffizienten Stadt» zu forcieren und verstärkt erneuerbare Energien zu nutzen. «Einsparziele» wie Gebäudesanierung oder Heizungserneuerungen wurden formuliert, ebenso die Senkung des Stromverbrauchs durch Einsatz neuer Techniken und die generelle Nutzung «regenerativer Energien».

Mittlerweile steht sogar das neue Flusskraftwerk zur Verfügung: Es gilt mit einem Investitionsvolumen von 380 Millionen Euro als europäisches Musterprojekt für regenerative Energieerzeugung und soll Mitte September offiziell eingeweiht werden.

Ziele sind formuliert

Abgesehen davon bleibt die Kommunalpolitik weiter aktiv. Oberbürgermeister Eberhard Niethammer lobte an einer Gemeinderatssitzung das aktualisierte «energiepolitische Arbeitsprogramm» und hielt es für wichtig, um die Kriterien für «Energiestadt» zu erfüllen.

Die Ziele sind schon formuliert, speziell auch in Anlehnung an die Schweizer Nachbarstadt, wo Optimierung von Velo- und Fusswegenetzen ebenso bereits gelungen sind wie die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, etwa durch den Bau der neuen Bahnstation beim Augarten. Dass im Badischen noch mancher Nachholbedarf besteht, offenbart eine Dokumentation für den Gemeinderat.

Die Forderungen gleichen fast jenen in der Zähringerstadt, wo vieles schon erledigt oder auf gutem Weg ist: Verkehrsentwicklungsplan umsetzen, Fahrradboxen an Bahnhöfen, Mobilitäts-Infopaket im Bürgerbüro, Energieberatung für Bauherren, energiebewusstes Beschaffungswesen in Verwaltung und Schulen.

Manch gute Ideen sind in Bearbeitung. Beispielsweise die Abwartschulungen oder klare Anordnungen zum Stromsparen in Verwaltungsbereichen durch zeitweilige Abschaltung von Computern. Die Erneuerung von Strassenbeleuchtungen durch Energiesparlampen ist diesseits des Rheins längst kein Thema mehr, muss allerdings im Badischen vorangetrieben werden.

Ferner offenbarte die Verwaltung dem Gemeinderat: «Klimapolitik gilt als Teil der Identität dieser Stadt, also als Standortvorteil, und ist offensiv vermarkten.» Der Weg zur «Umweltstadt» müsse auch überregional wahrgenommen werden. Für energiesparende Massnahmen und Verhaltensweisen brauche es eine Bürgerhotline, aber auch fortlaufende Befragungen in Unternehmen zum Energiesparen.