Laufenburg

Schumanns fast verschollenes Werk wird im Rehmann-Museum gespielt

Am 20. Oktober konzertieren Bram Buitenkant (Klavier) und David Reitz (Cello) im Rehmann-Museum in Laufenburg. Die Auswahl der Stücke und die beiden Interpreten versprechen ein eindrückliches Erlebnis.

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Klassisches Konzert mit dem Duo Buitenkant-Reitz in Laufenburg. zg

Klassisches Konzert mit dem Duo Buitenkant-Reitz in Laufenburg. zg

Aufgeführt werden im Rehmann-Museum von Camillo Schumann die Sonate in g für Cello und Klavier, op. 59; von Ludwig van Beethoven die Sonate in A für Cello und Klavier, op. 69; von Claude Debussy die Sonate für Cello und Klavier (1915).

Das Duo Buitenkant-Reitz, das seit 2008 mit klassischen Programmen in der Schweiz und in Holland auftritt, bringt in seinem neusten Programm ein ganz besonderes Werk zur Aufführung – eine Sonate von Camillo Schumann, der übrigens mit der berühmten Komponistenfamilie Schumann nicht mehr als den Namen gemeinsam hat.

Camillo Schumann lebte und komponierte zwischen 1872 und 1946 im Osten Deutschlands. Er schuf eine riesige Anzahl von Werken, vor allem für Orgel, Klavier und Kammermusik-Formationen. Da er die damals modernen Strömungen in der Musik allerdings vernachlässigte und stattdessen einen leidenschaftlich spätromantischen Stil pflegte, wurden diese Werke kaum verlegt, obwohl sie zu ihrer Zeit und darüber hinaus durchaus gespielt wurden.

Die meisten seiner Handschriften blieben aber glücklicherweise in Archiven erhalten und werden in den letzten Jahren vermehrt wieder aus diesen hervorgeholt, neu verlegt und zur Aufführung gebracht – wie durch das Duo Buitenkant-Reitz.

Umrahmt wird Schumanns Sonate aus dem Jahr 1907 im neusten Programm des Duos von Ludwig van Beethovens Sonate für Violoncello und Klavier in A-Dur, die als dritte von fünf Sonaten für diese Besetzung in die mittlere, sehr intensive Schaffensperiode dieses Komponisten fällt, sowie der gerade einmal 8 Jahre nach Schumanns Sonate entstandenen, aber ungleich moderneren Sonate von Claude Debussy aus dem Jahre 1915, die durch feingliedrige Komposition, durch ihren eigenwilligen, dramatischen und zuweilen fast operettenhaften Charakter und ihre Verspieltheit besticht.

Bram Buitenkant studierte Klavier in Amsterdam und ist momentan in Krakau bei Andrzej Pikul, einem Schüler des Pianisten Badura-Skoda. Er tritt regelmässig als Solist, Kammermusiker oder am Klavier oder Celesta mit Orchestern auf.

David Reitz studierte Violoncello bei Walter Grimmer in Zürich und ist seit rund 20 Jahren als Cellist in kleineren Formationen, als Solist und als Dirigent in der Schweiz und im Ausland tätig. (zg)