Mettau

Sie bieten Brassband-Musik vom Besten

Jubiläumskonzert der Musikgesellschaft – Nostalgie, Reprisen und viele Soli zum Geniessen

Dieter Deiss (Text und Foto)
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Überraschung zum Schluss: Nach der Gesangseinlage im Matrosenlook verabschiedet sich die Musikgesellschaft Mettau im Konfettiregen.

Überraschung zum Schluss: Nach der Gesangseinlage im Matrosenlook verabschiedet sich die Musikgesellschaft Mettau im Konfettiregen.

Dieter Deiss

Hochstehende Brassband-Musik zum 100. Vereinsjahr: Ein Paukenschlag und imponierende Fanfaren eröffneten in der voll besetzten Turnhalle den Konzertabend der Musikgesellschaft Mettau. «Mettauertal harmonisch!», hiess das von Konrad Gisin komponierte Stück. Mit «Orion» folgte ein langsamer Konzertmarsch des belgischen Komponisten Jan van der Roost. Trommel und Pauke bildeten mit ihrem gleichmässigen Schlag so etwas wie den Puls der Musik.

Erstmals im Jahr 1945 und seither mehrmals wieder haben die Mettauer das berühmte Konzertstück «Titanic» gespielt. Es stammt aus der Feder des bekannten Schweizer Musikers Stephan Jaeggi. In dem rund zwanzigminütigen, anspruchsvollen Stück zeigte das Ensemble sein volles Können. Es beeindruckte der ausgewogene Gesamtklang. Hervorragend die Trompeten und Cornets, welche die technisch schwierigen und hohen Stellen sauber spielten. Imposant auch das Bassregister, das durch bewegliches und reines Spiel zu gefallen wusste. Ergreifend war der Schluss mit dem Choral «Näher mein Gott zu dir», den das Schiffsorchester beim Untergang der Titanic als letztes gespielt haben soll.

Wahrhaft meisterlich

Als Abschluss des ersten Teils folgte mit «Child’s Lullaby», eigentlich ein Wiegenlied, etwas leichtere Kost. Sehr einfühlsam und sanft interpretierte Fabian Huber auf dem Flügelhorn die Solostellen. Wunderschön auch, wie die Wechsel zwischen Solist und Orchester nahtlos ineinander überflossen.

Mit einem Solo wurde der zweite Teil eröffnet. Mathias Zumsteg auf dem Flügelhorn spielte wahrhaft meisterlich. Seine Interpretation des vom berühmten Jazzmusiker Chuck Mangione stammenden «Children of Sanchez» hatte höchstes Niveau.

Bereits 2010 standen die drei Posaunisten Sepp Ipser, Beni Stetter und Patrick Oeschger in «Blades of Toldeo» als Solisten auf der Mettauer Bühne. Nun wurde das damalige Erfolgsstück erneut zum Besten gegeben und die drei Musiker zeigten, dass sie überhaupt nichts verlernt haben.

Weiche, reine Töne

Nochmals ein Solo gab es im nächsten Stück. Simon Zumsteg entlockte in «Concierto de Aranjuez» dem Flügelhorn weiche, reine Töne. In der jazzigen Filmmusik aus «Puttin’ on the Ritz» gab es erneut Brassband-Musik vom Besten zu hören, bevor mit den «Mettauer Musikanten» des Aargauer Komponisten Herbert Frei der Programmteil abgeschlossen wurde. Als Zugaben wurde ein Marsch und als besondere Überraschung eine Gesangseinlage im Matrosenlook mit «Das ist die Liebe der Matrosen» geboten.

Dirigentin Eva Rehm, die erstmals mit der MG Mettau auftrat , führte das Ensemble ruhig, aber bestimmt durch die Klippen des Abends. Moderiert wurde der Anlass durch den Parodisten Fabian Treyer, der als «Kurt Aeschbacher» durchs Programm führte.