Elektra Oberes Fricktal AG

Soll die Stromversorgung in vier Fricktaler Gemeinden zusammengelegt werden?

Bald wird darüber entschieden, ob die vier Gemeinden Gipf-Oberfrick, Wittnau, Wölflinswil und Oberhof die Stromversorgung zusammenlegen und im Tal bleiben sollen. Die Gründung der Elektra Oberes Fricktal AG steht bevor.

Walter Christen
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Zusammenschluss der Netze von vier Elektras im oberen Fricktal steht zur Debatte. chr

Zusammenschluss der Netze von vier Elektras im oberen Fricktal steht zur Debatte. chr

Soll die Stromversorgung in Gipf-Oberfrick, Wittnau, Wölflinswil und Oberhof zusammengelegt werden und im Tal bleiben? Der Grundsatzentscheid für die Zusammenführung der vier Stromversorger muss demnächst gefällt werden und ist ein Thema, das die Bevölkerung in den betreffenden Gemeinden bewegt. Dies zeigt allein die Tatsache, dass sich rund 150 Personen am Informationsanlass beteiligten, der in Gipf-Oberfrick durchgeführt wurde.

Entscheid wird Mitte 2015 erwartet

Ziel war es, die Bevölkerung über die mögliche Neugestaltung der Stromversorgung in der neuen Betriebsgesellschaft Elektra Oberes Fricktal (EOF) AG zu orientieren. «Vor anderthalb Jahren wurde mit der Projektarbeit begonnen. Es wird damit gerechnet, dass die einzelnen Elektras an ihren Generalversammlungen bis Mitte 2015 über den Zusammenschluss entscheiden», erwähnte Präsident Hans Jörg Meier. Der Vorstand erachtet die Zusammenführung der vier Stromversorgungen als logischen und sinnvollen Schritt für diese Gemeinden, wenn sie auch in Zukunft eine sichere und gut funktionierende Stromversorgung möchten.

Mit dem Projekt befasst sich das spezialisierte Beratungsbüro Eichenberger AG in Thun. Lukas Eichenberger stellte den Aufbau, die Funktionsweise, Organisation und die Beweggründe dar, die zur möglichen Gründung der EOF führen: «Die neue Gesellschaft wäre immer noch ein kleiner bis mittlerer Versorger, würde jedoch über die nötigen Kompetenzen und Ressourcen verfügen, die für eine moderne, sichere und günstige Stromversorgung in Zukunft benötigt werden.» Insbesondere im Hinblick auf die weitere Stufe der Strommarktöffnung sei eine Neuorganisation erforderlich. Nur ein Ansprechpartner für die Kunden, einheitliche Tarife in allen beteiligten Gemeinden und eine bessere Dienstleistungsqualität durch die neue Organisation zählen zu den wesentlichen Vorteilen. Die bisherigen vier Energieversorger – die Elektra Gipf-Oberfrick (EGO), die Elektra Wölflinswil, die Elektra-Genossenschaft Oberhof sowie die Gemeinde Wittnau – bleiben bestehen und sollen Aktionäre der neuen Gesellschaft werden. Die Folge davon wäre die Übertragung des Eigentums der Netze auf die EOF. Im Konzept ist vorgesehen, das im gemeinsamen Eigentum der vier Versorger und der AEW Energie AG befindliche Netz sowie den Betrieb der Mittelspannungsleitung und Talleitung zu bereinigen, um eine klare Trennung der Netzbetreiber herzustellen.

Der Vorteil der in einer Gesellschaft zusammengeführten Energieversorgung liegt unter anderem auch in der Übernahme des grossen Teils der administrativen und technischen Betriebsführung sowie der regulatorischen Tätigkeiten, erklärte Lukas Eichenberger. Selbst beim Zusammenschluss der vier Elektras in einer Gesellschaft bliebe die Einflussnahme der politischen Gemeinden bestehen durch die Festlegung der Konzessionsabgaben im Gemeindegebiet, durch den Input für die Energiestrategie der EOF und vor allem auch durch die Ernennung des Verwaltungsrats von maximal zwei Vertretern pro Gemeinde.

Beim Strompreisvergleich prognostizierte der externe Berater Eichenberger «eine Preisharmonisierung mit einem gemittelten Preis, der nicht beim Durchschnitt, sondern näher beim Ansatz von EGO und Wittnau liegt». Das heisst, die Kosten für den Endverbraucher in Wölflinswil und Oberhof dürften sich leicht senken.

Stromabsatz: 30 Gigawattstunden

Einige Eckdaten der neuen Stromversorgungsgesellschaft, deren operativer Start per 1. Januar 2016 möglich wäre: Die vier Gemeinden als Aktionäre, 1,6 Millionen Franken Aktienkapital, 3000 Stromkunden, etwa 30 Gigawattstunden (GWh) Stromabsatz pro Jahr, 2,1 Millionen Franken Netzumsatz, 1,7 Millionen Franken Energieumsatz, 300 000 Franken Jahresgewinn und 240 bis 300 Stellenprozente.