Oberes Fricktal

Verein Familienexterne Kinderbetreuung: Gemeindeverband zog Antrag zurück

Die Tätigkeiten des Vereins Familienexterne Kinderbetreuung Oberes Fricktal wird wohl vom Verein «Die Tagesfamilie» übernommen.

Marc Fischer
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Zahlreiche Kinder werden im Fricktal von Tageseltern betreut.

Zahlreiche Kinder werden im Fricktal von Tageseltern betreut.

KEYSTONE

Der Verein Familienexterne Kinderbetreuung Oberes Fricktal (Famex) hat im Frühjahr seine Auflösung beschlossen. «Vor dem Hintergrund eines erhöhten Bedarfs unserer Dienstleistungen haben wir zu geringe personelle Ressourcen», begründete Interimspräsident Martin Oettl den Entscheid im Juli gegenüber der AZ.

Damals war bekannt geworden, dass der Vorstand des Gemeindeverbandes Bezirk Laufenburg an der Abgeordnetenversammlung den Antrag stellen will, die familienexterne Kinderbetreuung zu übernehmen. Man wollte beim Gemeindeverband eine zentrale Stelle schaffen, über die etwa der Zahlungsverkehr abgewickelt werden sollte. Budgetiert waren 20 Stellenprozente und Kosten von knapp 24 000 Franken.

Know-how und Strukturen sind vorhanden

Am Mittwochabend fand nun die besagte Abegeordnetenversammlung statt – und der Vorstand zog seinen Antrag zurück. Denn nach dem Bericht der AZ habe sich der Verein «Die Tagesfamilie» gemeldet, der bereits in den Bezirken Baden, Aarau, Kulm und Zurzach aktiv ist und sich dort für eine professionelle, familienergänzende Kinderbetreuung in qualifizierten Tagesfamilien einsetzt. 2018 wurden von den Tageseltern des Vereins total über 168 000 Betreuungsstunden geleistet.

«Bei uns sind die Strukturen bereits vorhanden, die der Gemeindeverband erst aufbauen müsste», begründet die Geschäftsstellenleiterin von «Die Tagesfamilie», Claudia Maurer Haas, ihre Initiative. Peter Boss, langjähriger Präsident von Famex und Vorstandsmitglied des Gemeindeverbandes, erwähnt etwa das bestehende Sekretariat und die Inkassostelle. «Der Verein ‹Die Tagesfamilie› hat das Know-how und aufgrund seiner Grösse auch ein gewisses Gewicht», so Boss.

Er wird die Gespräche zwischen Famex und «Die Tagesfamilie» und den Prozess zur Übernahme der Tätigkeiten begleiten. Es gehe nun darum, zu schauen, wie man diese Übernahme sinnvoll aufgleisen könne, so Claudia Maurer. Ziel sei es, dass dies auf den 1. Januar 2020 gelinge.

Der beim Gemeindeverband budgetierte Betrag von knapp 24 000 Franken sei wegen der bereits bestehenden Strukturen nicht nötig, so Maurer. «Allenfalls sind wir aber froh, wenn die Gemeinden uns bei den Weiterbildungskosten unterstützen.» Je nachdem wie viele der Fricktaler Tageseltern die Qualifikationen, die der Verein fordere, nicht erfüllen, könne man die Weiterbildungskosten nicht alleine tragen, so Maurer. Dies werde sich aber erst in den anstehenden Gesprächen weisen. Klar ist für sie: «Wir möchten mit möglichst vielen der bestehenden Fricktaler Tageseltern weiter arbeiten.»

Die Gemeinden haben die Möglichkeit, Mitglied beim Verein «Die Tagesfamilie» zu werden und Leistungsvereinbarungen mit dem Verein zu unterzeichnen. An der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands seien durchaus auch Stimmen laut geworden, die einen grösseren finanziellen Einsatz der Gemeinden gefordert hätten, auch wenn die Tätigkeiten des Famex nun nicht in den Gemeindeverband integriert würden, sagt Geschäftsführer Adrian Brogle.