Kaisten

Vermächtnis von 1,1 Millionen Franken für den Waldfriedhof

Die Gemeinde hat ein Stiftungsvermögen in Höhe von 1,1 Millionen Franken erhalten. Dieses ist zweckgebunden für den Unterhalt des gemeindeeigenen Friedhofs.

Susanne Hörth
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Das Friedhofgebäude wird einer sanften Sanierung unterzogen. (sh)

Das Friedhofgebäude wird einer sanften Sanierung unterzogen. (sh)

Der Gemeinde Kaisten ist ein zweckgebundenes Stiftungsvermögen vermacht worden. An der kürzlich durchgeführten Gemeindeversammlung hat ein Teilnehmer unter Verschiedenem den Gemeinderat darauf angesprochen, wollte wissen, wie hoch dieses Stiftungsvermögen sei. Das Vermächtnis beträgt 1,1 Millionen Franken, zweckgebunden für den Unterhalt des gemeindeeigenen Friedhofs, lautete die Antwort.

Wieso die zurückhaltende Information durch den Gemeinderat? «Wir waren nicht speziell zurückhaltend», sagt Josef Amsler, Gemeindeammann von Kaisten. Die Konstituierung sei im Gange und der amtliche Eintrag noch ausstehend. «Die Information war auf den Zeitpunkt geplant, wenn alles Formelle abgeschlossen ist.» Das zweckgebundene Erbe hat die Heimweh-Kaisterin Maria Merkofer der Gemeinde hinterlassen. Die langen Aufenthalte in englischsprachigen Ländern haben ihr dorfintern den Namen Miss Merkofer beschert.

Eine Weltenbummlerin

Maria Merkofer erblickte 1911 am Weihnachtstag in Kaisten das Licht der Welt. Nach ihrer Schulzeit in Kaisten und Laufenburg hat sie sich während zweier Jahre in Frankreich weitergebildet. Danach folgte eine kaufmännische Ausbildung in Einsiedeln. 1936 verlegte sie ihren Wohnsitz für viele Jahre nach London. Zurück in der Schweiz arbeitete sie in Zürich und Basel, um 1959 ihr Heimatland ein weiteres Mal für längere Zeit zu verlassen. Sie wanderte nach Amerika aus.

Vor etwas mehr als 20 Jahren kehrte die Weltenbummlerin dann in die Schweiz, genauer nach Basel, zurück. Trotz der langen Auslandaufenthalte hat sie nie den Bezug, die Verbundenheit zum Heimatdorf Kaisten verloren.

Ein besonders schöner Friedhof

Maria Merkofer war eine sehr selbstständige Frau, auch bei ihren letzten Entscheidungen. Sie ordnete an, dass sie nach ihrem Ableben auf dem Kaister Waldfriedhof beerdigt werden solle. Diesen Friedhof bezeichnete sie als besonders schön. 2008 wurde Maria Merkofer auf dem Friedhof Kaisten bestattet. Ihr Vermächtnis in Form einer Stiftung soll für den Unterhalt des Friedhofs verwendet werden. Laut Statuten müssen der Miss-Merkofer-Stiftung drei Stiftungsräte vorstehen.

Diese setzen sich aus dem jeweiligen Gemeindeammann, dem zuständigen Ressortchef für den Waldfriedhof sowie dem Gemeindeverwalter zusammen. Stiftungszweck ist der Unterhalt des Grabes der verstorbenen Maria Merkofer sowie die Pflege und der Unterhalt des Waldfriedhofes als Ganzes. Dazu zählt beispielsweise auch die Aufstellung von künstlerischem Schmuck oder von Denkmälern. Darauf angesprochen, ob bereits mit dem Geld gearbeitet wird, sagt Gemeindeammann Josef Amsler, dass zurzeit eine sanfte Sanierung beim Friedhofgebäude durchgeführt werde, was dem Stiftungszweck entspreche.