Viele Emotionen zum Thema Windpark

Am vergangenen Freitag endete in Beinwil das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum Windpark. Die Meinungen sind gespalten.

Melanie Burgener
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Darüber, ob die Windräder in Beinwil gebaut werden, stimmt die Bevölkerung der Gemeinde erst in etwa zwei Jahren ab.

Darüber, ob die Windräder in Beinwil gebaut werden, stimmt die Bevölkerung der Gemeinde erst in etwa zwei Jahren ab.

Bild: Visualisierung/zvg

Die Plakate wurden abgehängt, die Ausstellung ist geschlossen. Nun wartet der Gemeinderat auf die letzten Formulare, die in den kommenden Tagen per Post eintreffen sollten. Dann ist das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum geplanten Windpark in Beinwil, das am vergangenen Freitag endete, definitiv abgeschlossen. Oder zumindest der Teil, in dem sich die Bevölkerung aktiv einbringen kann. Die nächsten Schritte liegen in der Zuständigkeit des Kantons. Dort wurde die Voranfrage zum Projekt vor etwa zwei Monaten eingereicht. Nun werden auch die Mitwirkungen dort einfliessen.

CVP Bezirk Muri ist für den Windpark, SVP ist dagegen

Über Details zu den Mitwirkungen kann Gemeindeammann Albert Betschart noch keine Auskunft geben. «Für ein Urteil ist es etwas zu früh», sagt er. Die vergangenen Wochen zeigten jedoch: Beim Thema Windpark kochen die Emotionen. Die SVP Bezirk Muri fordert, dass der Lindenberg wie der Zugerberg als Schutzgebiet deklariert und Windräder generell verboten werden (die AZ berichtete).

Nun meldete sich auch die CVP des Bezirks Muri zu Wort und positioniert sich als Befürworterin der Windräder. Die Partei begrüsse es, dass zu möglichen Umwelteinflüssen umfangreiche Abklärungen getätigt wurden. Es werde jedoch zu wenig über den regionalen Nutzen gesprochen. «Die Produktion von sauberem Strom in unserer Region mit den vier Windkraftanlagen wäre beachtlich. Eine einzelne Anlage würde mehr Strom produzieren als alle Fotovoltaikanlagen im Bezirk Muri zusammen», so die CVP. Weitere Parteien waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In Hitzkirch sollen die Windräder per Gesetz verboten werden

Auch wenn Beinwil erst in etwa zwei Jahren über die Nutzungsplanänderung abstimmen wird, ist es für Projektleiter Roland Eichenberger wichtig, dass die Entwicklung transparent verfolgt werden kann und die Möglichkeit zur Mitwirkung besteht. So habe es schon vor dem vorgeschriebenen Mitwirkungsverfahren zwei Ausstellungen gegeben. Auch ein Interessensgruppenprozess sei gestartet worden, der das Projekt bereits mitgeformt habe.

Emotional ist das Thema auch auf der Luzerner Seite in Hitzkirch. Dort soll das fünfte Windrad des Parks entstehen. Gegner lancierten 2019 eine Verbotsinitiative, die am 29. November zur Abstimmung kommt. Damit will das Komitee der Bevölkerung die Möglichkeit geben, sich früh zu äussern, wie die «Luzerner Zeitung» kürzlich schrieb. Die Initiative soll Windräder in den Hitzkircher Ortsteilen Sulz, Müswangen und Hämikon grundsätzlich verbieten. Ein Projekt für das geplante Windrad liegt aktuell aber noch keines vor.