Bad Säckingen

Von Juwelierarbeiten bis zum Mammutzahn – es glitzert und funkelt an der Mineralienbörse

32 Aussteller aus dem ganzen Bundesgebiet zeigten an der Mineralienbörse Schätze aus aller Herren Länder. Auch Christian Brodmann aus Oberfrick und seine Bergkristalle waren mit von Partie.

Michael Gottstein (Text und Foto)
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Christian Brodmann aus Oberfrick mit seinen Bergkristallfunden.

Christian Brodmann aus Oberfrick mit seinen Bergkristallfunden.

Michael Gottstein

Viele Mineralien bestechen auf den ersten Blick durch ihre Formen und die Pracht der Farben, aber manche haben auch innere Qualitäten, die nicht jeder sofort erkennt. Bei der 42. Mineralienbörse hatten die Besucher am Wochenende unzählige Gelegenheiten zum Staunen, Bewundern und Lernen.

«Die Börse richtet sich an alle, die Spass an Mineralien haben», sagte der stellvertretende Vorsitzende der Mineralienfreunde Hochrhein-Fricktal, Dieter Heidl. Insofern war die Präsentation ausgewogen: Juwelierarbeiten waren natürlich vertreten, aber die Schau war keineswegs eine Schmuckbörse. Auf den Tischen im Kursaal war eine enorme Fülle an Exponaten aufgebaut: Lapislazuli aus Afghanistan, Amazonite aus Brasilien, Rhodonite aus der berühmten australischen Broken-Hill-Mine, Topase aus Pakistan, Spessartine aus Tansania.

Als El Dorado für Mineralienfreunde erweist sich Namibia, denn dort liegen die Fundstellen nahe an der Erdoberfläche. Zu sehen war auch ein Mammutzahn aus Südsibirien – diese Zähne dürfen dort legal ausgegraben und verarbeitet werden. Viele der Händler sind selbst auch Forscher, so etwa Peter Jeckel aus Worms, der eine Fülle von Achaten präsentierte. Er unternahm schon mehrfach Exkursionen nach Argentinien, wo er im Vor-Andengebirge fündig wurde. Während manche Mineralien leicht zu erkennen sind, betreiben andere ein chamäleonartiges Versteckspiel. So gibt es Turmaline in Schwarz sowie Grün-, Blau- und Rottönen. Oft sei es auch für Fachleute schwierig, die Mineralien nur per Augenschein zu identifizieren, erklärte Heidl. Dann muss man naturwissenschaftliche Verfahren einsetzen, mit deren Hilfe man auch Einschlüsse und Wachstumsstrukturen erkennen kann, um die künstlich hergestellten von den natürlichen Steinen zu unterscheiden.

Bergkristalle aus der Schweiz

Aus der Schweiz kamen zahlreiche Bergkristalle, die mit einer «Strahler-Genehmigung» gesammelt werden dürfen. Der expeditionsfreudige Mineralienfreund Christian Brodmann aus Oberfrick hat für dieses Wort zwei Erklärungen: Es könnte sich von der Reflexion der auf Mineralien treffenden Sonnenstrahlen ableiten, «oder davon, dass ich strahle, wenn ich etwas entdecke.» Aber eigentlich geht es ihm bei seinen Erkundungen in dünner Höhenluft und unwegsamen Gelände nicht um die Funde – «sie sind eher eine Erinnerung an meine Exkursionen» – sondern um die Suche an sich und das grandiose Naturerlebnis.

Da der 67 Mitglieder zählende Verein das Wissen um Mineralien bewahren, mehren und weitergeben möchten, lag auch ausreichend Fachliteratur bereit, und für Kinder winkten echte Fossilien als Belohnung, wenn sie knifflige Fragen beantworten konnten. Dazu mussten sie freilich Fachleute interviewen oder einen ausgiebigen Blick in die Bücher werfen.