Zeihen

Warum bewegt sich in Zeihen die Erde? Sondierbohrung soll Rätsel lösen

Nach der Ursache von Schienendeformationen und Strassenabsenkung wird jetzt ermittelt. Die Zusammensetzung der tieferen Schichten muss untersucht werden.

Walter Christen
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Das Bohrgerät ist auf dem Bahndamm (Lättstrasse) in Zeihen gestern Donnerstag in Position gebracht worden.

Das Bohrgerät ist auf dem Bahndamm (Lättstrasse) in Zeihen gestern Donnerstag in Position gebracht worden.

Walter Christen

Weshalb das Bahngleis im Gebiet Lätt in Zeihen Deformationen aufweist und sich die Lättstrasse neben dem Schienenstrang absenkt gibt Rätsel auf. Doch jetzt wird der Ursache im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gegangen.

10 Meter tief wird gebohrt

Es wird nämlich eine Sondierbohrung in eine Tiefe von bis 10 Metern abgeteuft. Die Beschaffenheit des heraufgeholten Bohrkerns soll schliesslich Aufschluss darüber geben, wie das Erdreich beschaffen ist, warum sich Schienen verformen und die Strasse immer mehr absinkt. Welche Massnahmen dann ergriffen werden müssen, weiss man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Stahlrohre werden zur Stabilisierung des Bohrlochs benötigt
7 Bilder
Kisten enthalten den Bohrkern
Die Sondierbohrung wird abgeteuft
Das Bedienungstableau des Bohrgeräts
Die Lättstrasse ist während der Bohrarbeiten gesperrt
Das Bohrgerät auf dem Bahndamm in Zeihen
Der Maschinist bedient das Gerät

Stahlrohre werden zur Stabilisierung des Bohrlochs benötigt

Walter Christen

Immerhin konnte gestern Donnerstag mit der Sondierbohrung begonnen werden, nachdem der Termin seit dem ursprünglich vorgesehenen 17. Februar schon ein paar Mal verschoben werden musste, weil das Bohrgerät anderweitig eingesetzt werden musste, wie die Aargauer Zeitung in Erfahrung bringen konnte.

Im Rahmen der Kernbohrung wird eine Inklinometer-Messung durchgeführt. Diese Methode erlaubt es den Fachleuten, die Grösse und Richtung von Verschiebungen festzustellen.

Nachdem die beiden Bohrspezialisten des Bauunternehmens Anliker AG gestern Donnerstagmorgen das Bohrgerät auf der Lättstrasse – sie bleibt während der Dauer der Arbeiten total gesperrt – eingerichtet hatten, konnten sie mit der eigentlichen Bohrung am Nachmittag beginnen. Bis zum Abend war bereits eine Tiefe von über 4 Metern erreicht

Nach dem Humus die Lehmschicht

Ein Blick in die Holzkisten, welche für die Aufbewahrung des Bohrkerns vorbereitet wurden, machte deutlich, dass nach den ersten paar Metern Humus eine lehmige Schicht beginnt. Gespannt darf man auf die Zusammensetzung der tieferen Schichten sein.

Die beiden Bohrfachleute gehen davon aus, dass sie bereits heute Freitagabend mit der eigentlichen Sondierbohrung fertig sein könnten, falls sich dem Bohrgestänge in der Tiefe nicht allzu mächtige Gesteinsschichten in den Weg stellen. Es ist denn auch der Zeitpunkt gekommen, um Massnahmen gegen die Deformationen der Schienen und das Absinken der Strasse entlang des Bahndammes zu treffen.

Aus Sicht der Bahnbenützer darf in positivem Sinne zur Kenntnis genommen werden, dass die Schweizerischen Bundesbahnen alles daransetzen, dass die Zugsicherheit auf ihrem Schienennetz auch in Zukunft gewährleistet ist.