Sisseln
Welle der Solidarität nach der Katastrophe auf den Philippinen

Solidarisch mit den Menschen 10000 Kilometer entfernt, auf den Philippinen. Das waren Besucher eines Benefizkonzerts in Sisseln.

Hans Christof Wagner
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Tänzerinnen der Gruppe Silayan aus Basel auf der Bühne an der Benefizveranstaltung in Sisseln. – Foto: hcw

Tänzerinnen der Gruppe Silayan aus Basel auf der Bühne an der Benefizveranstaltung in Sisseln. – Foto: hcw

Laarni Dünneisen und Stephanie Frischknecht war die Erleichterung auf der Bühne anzumerken, als sie das Konzert in der Sissler Turnhalle, die von der Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt wurde, eröffneten. Zwei Monate Vorbereitung waren von Erfolg gekrönt.

Etwa 250 Menschen kamen, um den Opfern des Taifuns beizustehen, der am 8. November 2013 grosse Teile des pazifischen Inselstaats verwüstet hatte. Laarni Dünneisen spricht Schweizer Mundart. Sie ist in Sisseln aufgewachsen und lebt dort. Geboren ist sie aber auf den Philippinen. Und sie ist auch nicht die leibliche Tochter von Markus und Eva Dünneisen, denn sie haben sie im Alter von 11 Monaten adoptiert. Das alles gab sie auf der Bühne preis. Aus ihren Worten klang Dankbarkeit, dass sie in der sicheren Schweiz leben kann.

Das dürfte auch ein Motiv der Konzertbesucher gewesen sein, darunter viele in der Schweiz und im angrenzenden Deutschland lebende Philippinos mit Partnern und Kindern. Mit dem Eintritt, dem Geld für Essen und Getränke sowie den Spenden drückten sie ihre Solidarität ganz praktisch aus. Sie taten das in der Sicherheit darüber, dass ihre Hilfe vor Ort auch wirklich ankommt.

Wiederaufbau eines Schulhauses

Dafür bürgt Markus Dünneisen, der auf der Insel Panay wohnt und dort ein durch den Taifun zerstörtes Primarschulgebäude wieder aufbauen will. Dafür, und für die Reparatur von Fischerbooten, soll das Geld verwendet werden. Besucher sahen in der Turnhalle Bilder aus Panay und hörten die Stimme Dünneisens, der sich bei ihnen bedankte und von den Zuständen vor Ort berichtete.

Das mehrstündige Programm bot für alle Geschmäcker und Altersklassen Höhepunkte. Alle Künstler verzichteten zugunsten der Philippinos auf ihre Gage. Mit Hilarius Dauag und Silayan, beide aus Basel, bot sich authentische philippinische Kultur dar. Dauag hatte zur Unterstützung spontan vier Mädchen aus dem Publikum gewonnen. Diese begleiteten ihn bei seinen Gesängen auf dem Kulingtan, einem traditionellen Musikinstrument.

Backgroundsängerin und Frontfrau

Laarni Dünneisens Rolle beschränkte sich nicht auf die Konzertorganisation. Als Background-Sängerin von Paolos Fricktal Krainern und als Frontfrau der Band Purge Command trat sie auch selbst künstlerisch auf. Ob Grunge-Rock, Volkstanz, Reggae oder Folk – das Publikum wurde gut unterhalten.