Stein

Zollhaus wird nicht zum Kulturhaus

Im alten Zollhaus an der Holzbrücke gibt es kein Kultur- und Begegnungszentrum. Eine Stimme fehlte den Befürwortern an der «Gmeind».

Hans Christof Wagner
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Das alte Zollhaus in Stein wird nicht zum Kulturhaus umgebaut. dka/Archiv

Das alte Zollhaus in Stein wird nicht zum Kulturhaus umgebaut. dka/Archiv

Aus den Reihen der zahlreichen Votanten zum geplanten Kulturhaus im alten Zollhaus war auch der Antrag auf geheime Abstimmung ergangen. Dieser kam durch. Nach Auszählung der Stimmen ergab sich eine Patt-Situation: 69 zu 69 bei 140 anwesenden Stimmberechtigten. Bei offenen Abstimmungen gibt bei Stimmengleichheit der Vorsitzende, also Gemeindeammann Hansueli Bühler, den Stichentscheid. In geheimer Abstimmung ist bei Stimmengleichheit kein Beschluss zustande gekommen – der Antrag des Gemeinderates zum alten Zollhaus fiel durch.

Der Abstimmung war eine lange Diskussion vorausgegangen. Bühler warb um Akzeptanz: «Das alte Zollhaus liegt an Europas längster überdachter Holzbrücke, das ist für uns Verpflichtung, es jetzt aufzuwerten.» Auch das geschichtsträchtige Haus selbst, das die Gemeinde für fast eine halbe Million Franken gekauft hat, sei erhaltenswert. Die Räume des Zollhauses liessen sich aber nur eingeschränkt nutzen. Deshalb sah der Antrag des Gemeinderates einen Anbau vor.

In der Debatte brachten die Befürworter vor, dass das bestehende Angebot an Veranstaltungsräumen in Stein zu klein sei, Gegner des 1,2 Millionen Franken-Projekts bestritten dies. Ob der Anbau schön sei und zum Zollhaus passe, waren weitere Themen der Diskussion.

Bühler nahm den Ausgang der Abstimmung kommentarlos hin und ging weiter zum nächsten Geschäft, der Sanierung der Trainingsfelder in der Sportarena Bustelbach. Trotz eines ähnlich hohen Kreditbetrages, 980 000 Franken, ging der Antrag ohne Diskussion mit 113 Ja- und 9 Nein-Stimmen durch. Ähnlich deutlich machte der Souverän auch den Weg frei, um für 383 000 Franken die Wasserversorgung der Gemeinde neu aufzustellen. Mit Münchwilen und Sisseln soll im Hardwald ein neuer Brunnen realisiert werden.

Einstimmig für Steuersenkung

Ganz ohne Nein-Stimmen ging die Absenkung des Steuerfusses von 98 auf 95 Prozent durch. «Wir haben in den letzten Jahren immer sehr gute Abschlüsse erzielt, da möchten wir dem Steuerzahler jetzt etwas zurückgeben», führte Bühler aus. Mit den vier Millionen Franken Aktien- und Quellensteuern sei auch in Zukunft zu rechnen und mit dem zu erwartenden Wachstum der Gemeinde gebe es auch mehr Steuern natürlicher Personen.
Ein Votant sprach sich für eine noch stärkere Absenkung auf 92 Prozent aus. Bühler: «Jetzt machen wir mal 95 und dann schauen wir in zwei bis drei Jahren noch mal.»