Corona-Pandemie

«Ein Bier zur Bratwurst gehört dazu»: Das sagen Aargauer Politiker zum Alkoholverbot an Gross-Anlässen

Der Kanton Aargau hat bei Grossanlässen ein Alkoholverbot eingeführt. Damit geht er weiter, als es der Bund vorgegeben hat. Zur neuen Regelung äussern sich nun Aargauer Politiker.

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Seit Anfang Monat sind Grossanlässe mit mehr als 1000 Personen wieder erlaubt. Der Kanton Aargau ist bei den Regeln weiter gegangen als vom Bund vorgeschrieben: Er führt bei Grossanlässen ein Alkoholverbot ein.

Werner Rufer ist verantwortlich für das Catering an FC-Aarau-Spielen. Er versteht nicht, warum das Alkoholverbot ausgerechnet auf den Kanton Aargau fällt, erzählt er dem Regionalsender TeleM1.

An den nächsten Spielen will der Inhaber der Metzgerei Rufer alkoholfreies Bier anbieten. Trotzdem rechnet er mit einem Rückgang des Bierkonsums von über 60 Prozent.

GLP Nationalrat Beat Flach findet den Ansatz des Kantons falsch. Das gesellschaftliche Zusammenleben soll, wenn auch in unangenehmen Situationen, ermöglicht werden. Dazu gehöre auch «ein Bier zur Bratwurst». Sonst würden kreative Ideen gefunden werden, um diese Regeln zu umgehen.

Leistet der Infektion Vorschub

Anderer Meinung ist Ruth Humbel, Nationalrätin CVP Aargau. Übermässiger Alkoholkonsum lasse die Hemmschwelle fallen, so würden Schutzmassnahmen nicht mehr korrekt eingehalten. Mit dem Bierglas in der Hand und heruntergezogener Maske mitten im Gejubel sei die Ansteckungsgefahr deutlich höher.

Jürg Lareida, Präsident des Aargauischen Ärzteverbands, stimmt Humbel zu. Vom Alkohol enthemmt, suche man Nähe zu anderen, das leiste der Infektion Vorschub.

Erst die Infektionszahlen der nächsten Wochen werden Aufschluss darüber geben, ob das Alkoholverbot bei Grossanlässen Erfolge mit sich bringt – oder nur Frust. (wue)