Radarkontrollen

Ex-Polizeikommandant Reinhardt kritisiert "Kopfgeld für Verkehrssünder"

Eine Geschwindigkeitsübertretung kostete ihm vor rund fünf Jahren den Job als Aargauer Kapo-Kommandant. Jetzt wettert Stephan Reinhardt gegen die zu vielen Verkehrsbussen.

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Stephan Reinhardt trat als Kapo-Chef zurück nach einer Tempoüberschreitung.

Stephan Reinhardt trat als Kapo-Chef zurück nach einer Tempoüberschreitung.

Keystone

2011 wurde dem damaligen Aargauer Polizeikommandant Stephan Reinhardt eine zu schnelle Fahrt zum Verhängnis. Er war mit dem Privatwagen mit 86 statt mit 60 km/h unterwegs, wurde geblitzt und trat später zurück.

In der aktuellen «Weltwoche» kritisiert der heutige als Anwalt tätige Reinhardt unter der Schlagzeile "Kopfgeld für Verkehrssünder" die Praxis bei Geschwindigkeitskontrollen. «Heute wird da gemessen, wo man am ehesten einen hohen Bussenertrag vermutet.» Als ehemaliger Polizeikommandant könne er das nicht verstehen.

Reinhardt glaubt, die Sicherheit sei nur ein Vorwand. "Geschwindigkeitskontrollen scheinen heute vor allem einem Ziel zu dienen, nämlich möglichst hohes Bussenaufkommen für die Staatskasse zu generieren." Würde man tatsächlich die Sicherheit in den Vordergrund stellen, so Reinhardt, dann "müsste man regelmässig vor der Geschwindigkeitskontrolle warnen, damit die Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit reduzieren".

Der ehemalige Kommandant warnt: Wenn sich die gesetzgeberische Realität vom Alltag allzu weit wegbewege, dann leide letztlich die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats.

SVP-Grossrat Martin Keller, der gegen einen festen «Blitzer» in Baden kämpft, dürfte ob der Worte des Ex-Polizisten begeistert Beifall klatschen. (fh/roc)