Kurt Aeschbacher

Gebärdensprache: Faszinierend und einfach – Pascale Bruderer gebärdet Fahrradfahren

Pascale Bruderer war mit ihrem Cousin Kevin zu Gast bei Kurt Aeschbacher. Kevin ist Gehörlos, seine Cousine, die SP Ständerätin, beherrscht die Gebärdensprache und setzt sich für dieses Thema ein.

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Ihr Onkel und ihr Cousin Kevin sind Gehörlos. Pascale Bruderer, SP-Aargauer Ständerätin, ist mit Gebärdensprache aufgewachsen und wollte als Kind in den ersten drei Jahren gar nicht zu sprechen anfangen. «Ich habe gemerkt, dass man auch gebärden und sehr viel Kreativität in die Sprache legen kann», sagt sie in der jüngsten Sendung von «Aeschbacher».

Mit einem Lachen entgegnet sie Kurt Aeschbacher: Die Sorge ihrer Eltern, dass sie sich nie richtig Spass am Sprechen haben würde, sei unbegründet gewesen. Sie kompensiere seither fleissig.

Für die Ständerätin ist klar, dass man die Gesellschaft mit anderen Augen wahrnimmt, wenn man in einer Familie mit Gehörlosen aufwächst. Dies sei bestimmt auch ein Grund dafür, weshalb sie sich gesellschaftlich engagiere. Es sei wichtig, dass Integration gelebt werde. Die Freude von Kevin am Kommunizieren habe sie geprägt und sie habe gelernt, dass eine Kommunikationsbehinderung - welche die Gehörlosigkeit darstelle - zwar ein grosses Hindernis sein könne welches man überwinden müsse.

Berührungsängste und fehlende Erfahrung im Umgang mit Handicapierten könne Vorurteile schüren. Für sie sei das Zusammenleben in einer Gesellschaft mit all ihren Stärken und Schwächen wichtig. Man wachse an ihnen und wenn man nicht aufeinander zugehe, verpasse man vieles.

Die Höhrbehinderung sei natürlich auch eine Hürde bei der Bildung. Doch gebe es mittlerweile gute und spannende Möglichkeiten diese zu überwinden. Die Gebärdensprache in ihrer Komplexität, Kreativität und die ganze Kultur dahinter werde in der Schweiz noch sehr unterschätzt. Andere Länder seien da fortschrittlicher. Dort werde auch an Schulen im Rahmen von Schulprojekten an der Gebärdensprache gearbeitet.

Bruderer: «Die Gebärdensprache erlaubt es, komplizierte Sachen einfach darzustellen. Das ist faszinierend.» Sie macht die Bewegung für Fahrradfahren.

Generell müsse unserer Gesellschaft lernen Barrieren zu überwinden und das Positive zu sehen, welches Menschen auszeichnet. Nur so könne man das Potential einer Gesellschaft vollständig ausschöpfen und allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. (sae)