Energieeffizienz

Kanton fährt nur mit Strom, wo es Sinn macht

Der Kanton soll beim Fahrzeugkauf auf Alternativantriebe setzen – das forderten Grüne Regierungsräte. Der Regierungsrat will das Postulat abschreiben mit der Begründung, grundsätzlich wähle man das Fahrzeug mit der besten Energieeffizienz.

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Der Kanton soll beim Kauf von neuen Fahrzeugen wenn immer möglich solche mit Alternativantrieben (Elektro- oder Wasserstoffantrieb) berücksichtigen. Das fordern Grossräte der Grünen. (Symbolbild)

Der Kanton soll beim Kauf von neuen Fahrzeugen wenn immer möglich solche mit Alternativantrieben (Elektro- oder Wasserstoffantrieb) berücksichtigen. Das fordern Grossräte der Grünen. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton soll beim Kauf von neuen Fahrzeugen wenn immer möglich solche mit Alternativantrieben (Elektro- oder Wasserstoffantrieb) berücksichtigen. Das hatten die Grünen Grossräte Andreas Fischer Bargetzi (Möhlin), Daniel Hölzle (Brittnau) und Gertrud Häseli (Wittnau) und sechs Mitunterzeichner in einem Postulat gefordert.

Der Kanton könne hier mit gutem Beispiel vorangehen und so die Praxistauglichkeit der alternativen Antriebssysteme unter Beweis stellen, so die Begründung der Grossräte. Diesbezüglich könne der Kanton wesentlich mehr leisten.

Regierungsrat beantragt Abschreibung

Der Regierungsrat nimmt das Postulat entgegen und beantragt die gleichzeitige Abschreibung. Im Entwurf der Energiestrategie "energieAARGAU" werde betont, dass die öffentliche Hand im Bereich der Energieeffizienz eine Vorbildfunktion einnimmt, so die Ausführungen des Regierungsrats. "Dies betrifft auch den Bereich der kantonalen Fahrzeugflotte."

Der Kanton verfolge die Entwicklungen von neuen Antriebstechniken sehr genau und werde alternative Antriebsarten im Rahmen von Pilotversuchen auf die Alltagstauglichkeit testen. Zurzeit sei aber kaum absehbar, welche Technik sich durchsetzen werde. Für Flottenentcsheide seien nebst der Gesamtökobilanz auch Kosten und Lebensdauer, welche die Lebenszykluskosten erheblich beeinflussen, weiterhin wichtige Kriterien.

Wahl aufgrund bester Energieeffizienz

In gewissen Segmenten setzt der Kanton bereits auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben: So stehen bei Personenwagen für mittlere Distanzen Hybrid- und Gasfahrzeuge zur Verfügung, bei kleineren Reichweiten nebst Hybrid- auch eine wachsende Zahl reiner Elektrofahrzeuge. Ausserdem werde das Angebot von Mobility in der kantonalen Verwaltung breit genutzt, um so den Fahrzeugpark klein zu halten. Das reduziere insbesondere die graue Energie.

Dies auf alle Segmente auszuweiten, erachtet der Regierungsrat aber als nicht sinnvoll. Bei der Beschaffung hätten die Anforderungen nach Einsatzgebiet Priorität. So könnten eine lange Einsatzdauer und tiefe Lebenszykluskosten nur gewährleistet werden, wenn bei den Anforderungen keine Abstiche gemacht werden. Gewählt würde grundsätzlich das Fahrzeug mit der besten Energieeffizienz.

Die Einsatzgebiete der kantonalen Fahrzeugflotte seien sehr heterogen und damit auch die Anforderungen an die Fahrzeuge sehr unterschiedlich. Bei Personenwagen für grosse Reichweiten und Zusatzgewicht könnten beispielsweise energieeffiziente Dieselantriebe die Anfoderungen am besten erfüllen. Zwar steht ein Hybridfahrzeug als Staatsfahrzeug im Einsatz, doch könne deren Vorteil wegen des hohen Gewichts nicht genutzt werden. Elektrofahrzeuge seien für grosse Reichweiten kaum erhältlich und könnten aufgrund der kurzen Standzeiten kaum aufgeladen werden.

Auch bei kleinen Nutzfahrzeugen mit Ladeflächen erfüllen energieeffiziente Dieselantriebe gemäss den Ausführungen des Regierungsrats am besten. Alternativen wie Hybrid, Elektro oder Wasserstoff seien kaum oder gar nicht erhältlich. Das Gleiche gelte für grosse Nutzfahrzeuge. Zwar seien alternativ teilweise Gasfahrzeuge erhältlich, doch diese würden nur in spezifischen Bereichen die Anforderungen erfüllen.

"Nötigenfalls nachhaken"

Grossrat Fischer ist erfreut, dass der Regierungsrat das Postulat entgegengenommen hat und die Verwaltung bereits entsprechende Bestrebungen unternimmt, Fahrzeuge mit Alternativantrieben zu beschaffen. "Wir werden die Beschaffungspolitik aber weiterhin mitverfolgen und nötigenfalls nachhaken."