Aargau

Kanton greift Eltern bei Erziehung unter die Arme

Eltern, die bei der Erziehung ihrer Kinder nicht klarkommen, will der Kanton nun unter die Arme greifen. Finanziert wird das Pilotprojekt vom Alkoholzehntel. Das Programm ist vorerst auf drei Jahre beschränkt. Wohlen und Rheinfelden sind die Versuchsorte.

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Eltern

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Keystone

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes in sozialer, emotionaler und intellektueller Hinsicht entscheidend für den späteren Bildungs- und Lebenserfolg sind. Das erkärte heute Susanne Hochuli, Vorsteherin des Departements Gesundheit und Soziales (DSG).

Umgekehrt bedeutet dies: Was in dieser Zeit nicht stattfindet, kann später nur mit grossem Aufwand nachgeholt werden. Entwicklungsrückstände weisen insbesondere Vorschulkinder von sozial benachteiligten, bildungsfernen, fremdsprachigen und armutsbetroffenen Familien auf. Das führt dazu, dass die Startchancen für diese Kinder sowohl sozial als auch schulisch geringer sind. Kommt hinzu, dass neben anderen Defiziten auch die Suchtgefährdung erhöht ist.

Mehr als ein Suchtpräventionsprojekt

Vor diesem Hintergrund lancieren das DGS zusammen mit dem Verein Erziehung und Bildung (VEB) ein dreijähriges Frühförderprogramm für Eltern und Kinder.
Finanziert wird das Projekt, das vom VEB umgesetzt wird, aus dem Fonds des Alkoholzehntels. Die von Ständerätin Christine Egerszegi präsidierte Kommission zur Verteilung des Alkoholzehntels hat dafür 650'000 Franken bewilligt.

Der Aargau übernimmt dabei ein Programm, dass in anderen Kantonen bereits erprobt wurde. «schritt:weise», so der Name des Programms, sei nur ein Suchtpräventionsprojekt, sondern auch ein Projekt zur Gesundheitsförderung, Erziehungs- und Familienberatung sowie Förderung der familiären Ressourcen und Kompetenzen, erklärte Hochuli.

Gesundheits- und familienpolitisch sinnvoll

In den Genuss der Massnahmen zur Frühförderung sollen rund 90 Familien in den Gemeinden Rheinfelden und Wohlen sowie in deren näherer Umgebung kommen.
Ziel ist es, die Startchancen der Kinder entscheidend zu verbessern und die Ressourcen der Familien zu stärken.

Die sowohl gesundheits- als auch familienpolitisch relevanten Massnahmen sollen eine präventive Wirkung entfalten und auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen bringen. Konkret soll die Frühförderung zu besseren Schulkarrieren, weniger Gesundheitskosten, erhöhter Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zu weniger Sucht- und Delinquenzverhalten führen. (rsn)