Kommentar
Kundinnen und Kunden entscheiden, ob die nachhaltige AKB-Strategie zum Erfolg wird

Die Aargauische Kantonalbank präsentiert ein Rekordergebnis, steht aber wegen «grüner» Kreditregeln in der Kritik. Nun überprüft die AKB die Kriterien – doch die Frage, ob die Strategie richtig ist, beantwortet letztlich die Kundschaft. Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Hauptsitz der Aargauischen Kantonalbank (AKB) in Aarau.

Hauptsitz der Aargauischen Kantonalbank (AKB) in Aarau.

Zvg / Aargauer Zeitung

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat 2021 das beste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt. Der Gewinn stieg im zweiten Coronajahr auf 171 Millionen Franken, dem Kanton liefert die Bank über 100 Millionen ab. Trotz Rekordzahlen erntet die AKB nicht nur Applaus: Die «grünen» Kreditregeln, welche neue Atomkraftwerke, verbotene Gentechnik, aber auch Schnapsproduktion ausschliessen, lösten Proteste der Wirtschaft aus.

Zudem verlangte Gewerbepräsident und SVP-Nationalrat Benjamin Giezendanner, der Grosse Rat müsse mehr Einfluss auf die Strategie der AKB nehmen. Die Forderung ist zwar nicht mehrheitsfähig, der Druck der Wirtschaftsverbände zeigt allerdings Wirkung: Die Bank will die umstrittenen Kreditvergaberegeln nochmals überprüfen. Dass die AKB massiv zurückkrebsen und zahlreiche Ausschlusskriterien wieder zurücknehmen wird, ist aber unwahrscheinlich.

Die Bank hat die Kreditregeln nicht aus politischen Gründen eingeführt, sondern weil sie auf eine Nachhaltigkeitsstrategie setzt. Die AKB-Führung ist überzeugt, dass sich Rücksicht auf Umwelt, soziale Standards und gute Firmenführung wirtschaftlich auszahlt. Ob sie richtig liegt, entscheiden die Kundinnen und Kunden der AKB.

Mit dem Rekordergebnis 2021, das ohne «grüne» Kreditregeln zustande kam, hat die Bank die Messlatte hoch gelegt. Der Vergleich mit dem Ergebnis 2022 wird zeigen, ob die nachhaltige Ausrichtung richtig war und die Kundschaft die Strategie mitträgt.

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