Kriminalität
Immer mehr Velos und E-Bikes werden aus Aargauer Kellern gestohlen: Wie man sich dagegen schützt

Im Kanton häufen sich Fälle von Velodiebstählen. Bei der Kantonspolizei Aargau kommt es laut Mediensprecher Bernhard Graser täglich zu Meldungen. Die Velos gegen solche Diebstähle zu schützen, sei aber sehr schwierig.

Anes Filan
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Im Kanton Aargau werden immer mehr Velos gestohlen.

Im Kanton Aargau werden immer mehr Velos gestohlen.

Matthias Scharrer

In einem Bericht von «20Minuten» erzählen Anwohner in Aarau, dass ihre Velos aus verschlossenen Kellerräumen geklaut wurden. Es seien gezielt teurere Velos und E-Bikes ins Visier genommen worden.

Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, bestätigt auf Anfrage die Diebstähle. Das Problem sei nicht nur in Aarau bekannt. Im ganzen Kanton häuften sich solche Diebstähle. «Wir bekommen täglich Meldungen von Velodiebstählen», sagt Graser. Am Mittwoch sollen zum Beispiel wieder zwei Velos im Wert von je 8000 Franken gestohlen worden sein.

Hinter den Diebstählen stehen laut Graser einerseits ausländische Banden, welche die Velos ins Ausland schmuggeln und dort verkaufen, andererseits auch lokale Einzeltäter, welche die Velos unter anderem auch auf Online-Plattformen verkaufen.

Gesundes Misstrauen hilft

«Da muss man auch als Käufer der Velos aufpassen. Es kann passieren, dass man Diebesgut kauft und sich so der Hehlerei strafbar macht», sagt Graser. Die Käufer sollen kritisch sein bei Angeboten im Internet, rät die Polizei. So soll auch ein Kaufbeleg des Velos angefordert werden, um sicher zu gehen, dass es sich nicht um Diebesgut handelt. Graser rät zu einem «gesunden Misstrauen».

Doch wie schützt man am besten sein Velo gegen solche Diebstähle? Laut Graser sei dies sehr schwierig, denn bei Wohnhäusern mit einem gemeinschaftlichen Veloraum können sich Unbefugte immer wieder Zutritt verschaffen, weil die Eingänge nicht immer geschlossen sind. Einfache Veloschlösser stellen für Diebe kein grosses Hindernis dar, ebenso wie Kellertürchen aus Holz. Auch ein GPS-Tracker helfe nur wenig. Die Diebe würden wissen, wie sie solche Sicherungen umgehen könnten, meint Graser.

Nur eine massive Kette hilft

Laut Graser sollte man sich als sich als Besitzer eines E-Bikes oder teuren Mountainbikes mit der Hausverwaltung in Kontakt setzen und dort Schutzmassnahmen anfordern. «Am besten schützt man die Velos, indem man sie mit einer massiven Kette an einen Betonpfahl ankettet», meint der Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei. Dass das aber in vielen Fällen gar nicht möglich ist, versteht er.

Deswegen rät er, alle Eingangstüren geschlossen zu halten und darauf zu achten, dass Unbefugte nicht zu den Velos kommen. Denn wenn ein Velo geklaut wird, werde der Täter meistens nicht gefunden und das Velo sowieso nicht, sagt Graser.