Kunsteisbahnen
Kunsteisbahnen haben mehr Besucher – auch wegen ausländischer Kinder

Der Trend ist ein gesamtschweizerischer: Die Kunsteisbahnen haben wieder mehr Besucher. Zu verdanken ist dies unter anderem den Migranten-Kindern: Sie haben die Keba für sich entdeckt. Skifahren ist ihnen immer noch fremd.

Sabine Kuster
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Keba Aarau: Auch dieses Jahr gibts wohl einen neuen Besucherrekord.

Keba Aarau: Auch dieses Jahr gibts wohl einen neuen Besucherrekord.

«Seit zwanzig Jahren geht es mit den Besucherzahlen immer etwas aufwärts», sagt der Betriebsleiter der Kunsteisbahn Aarau, Otmar Hochuli. Er bestätigt damit, was die Betriebsleiter der Kunsteisbahnen im ganzen Kanton und auch aus St. Gallen, Zürich und Bern melden: Kebas sind populär, die Besucherzahlen steigen. Gleichzeitig fahren immer weniger Jugendliche Ski – das Bundesamt für Sport (Baspo) registriert einen Rückgang der Skilager.

Wie in Aarau meldet auch Peter Küng von der Keba Oberwynental in Reinach mehr Schlittschuhläufer. «Es ist schon das zweite Jahr in Folge mit einem Aufwärtstrend», sagt Küng. Der Betriebsleiter führt dies auf intensive Werbung und spezielle Anlässe einer Kinderfasnacht und dem Samichlaus auf der Eisbahn zurück. «Mann muss die Eisbahn attraktiv machen», sagt auch Kurt Müller von der Eisbahn im Tägi Wettingen. Hier zählt man seit Saisonbeginn 1000 Eintritte mehr im Vergleich zum Vorjahr. Auch Müller spricht von einem Trend, der seit drei, vier Jahren anhalte.

Klar ist: Wer schon mal Schlittschuh gefahren ist, kehrt eher dorthin zurück. Dabei spielen Schulen eine wichtige Rolle: Hochuli von der Keba Aarau sagt, durch Ausflüge mit der Schule lernten die Kinder die Keba kennen und kämen danach auch in der Freizeit. «Dies trifft besonders auch auf die ausländischen Kinder und Jugendlichen zu», sagt Hochuli. Von zu Hause seien diese den Wintersport eher nicht gewohnt. Während die Schweizer Kinder in den Sportferien häufig auf der Piste sind und nur selten auf die Keba kommen, käme die 2. Generation der Migranten umso mehr. «Probleme haben wir deswegen nie», sagt Hochuli.

Seit 1994/95 werden in der Keba Aarau die Besucher automatisch gezählt. Damals waren es rund 51 000 Eintritte (ohne Heimclubs und Hockey-Spiele). Bis zur Jahrtausendwende ging die Besucherzahlen stetig zurück auf 36 500 in der Saison 2000/01. Letztes Jahr zählte man 54 000 Personen. 6200 Personen waren es in der ersten Hälfte des Februars dieses Jahr – es sieht alles danach aus, als würde der Februar 2012 mit 10 100 Besuchern übertroffen.

Die Eisbahn Wohlen zählt momentan ungefähr gleich viele Besucher wie in der selben Periode vor einem Jahr. Doch Finanzchef Patrick Amstutz sagt: «Es gilt zu bemerken, dass unsere Besucherzahlen in den letzten 10 bis 15 Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Wir sind an der Kapazitätsgrenze. Grössere Steigerungen sind fast nicht mehr möglich, weil wir voll ausgelastet sind.» Auch die Eisbahn Wohlen sorgt mit speziellen Anlässen für mehr Frequenz: Im November 2012 gab es eine Eisdisco, im Dezember gab es erstmals ein Winterkino mit Ice Age 4 «ein voller Erfolg.»

Der aktuelle Winter lockt die Leute ebenfalls aufs Eis: «Da beste Wetter für uns ist kalt und niederschlagsfrei», sagt Patrick Amstutz.