Wald

Schadensausmass nach «Burglind»: Sturmholz kostet mehr, als es bringt

Warum die Sturmschäden noch nicht in Franken beziffert werden können – aber Waldbesitzer auf jeden Fall teuer zu stehen kommen.

Mario Fuchs
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Förster an der Arbeit nach Sturm Burglind
13 Bilder
Forstarbeit nach Sturm Burglind Aufräumarbeiten der Forstarbeiter nach dem Wintersturm Burglind, Seengen, 23. Januar 2017
Simon Häusermann, Forstwart-Vorarbeiter, Forstbetrieb Rietenberg
Drei statt einer: Wegen des vom Regen durchnässten Bodens braucht es nicht mehr viel, bis geschwächte Bäume fallen. Hier reisst eine Tanne zwei Buchen mit.

Förster an der Arbeit nach Sturm Burglind

Alex Spichale

Nach den Winterstürmen in den letzten Wochen beschäftigt die privaten Waldbesitzer, die Gemeinden, den Kanton und die Wirtschaft vor allem eine Frage: Wie gross ist das Ausmass der Schäden im Aargau gesamthaft?

Dies zu beantworten, ist nicht ganz einfach, wie die Nachfrage der AZ beim Aargauer Waldeigentümerverband «Wald Aargau» zeigt. Präsidentin Vreni Friker sagt: «Einen Frankenbetrag kann man zurzeit nicht nennen.» Das wäre nicht seriös, da man erst Ende Jahr reale Zahlen auf dem Tisch haben werde, erklärt Friker.

Bisher ist ein Schadensausmass von 120 000 bis 190 000 Kubikmetern bekannt. Das entspricht im Aargau zwischen 30 und 50 Prozent der gesamten Jahresnutzung. Und Friker ist nicht sonderlich optimistisch: «Man muss heute davon ausgehen, dass es eher gegen 50 Prozent sein werden.» Würde man alles Sturmholz abtransportieren, ergäbe dies eine Kolonne von bis zu 9500 Lastwagen – sie würde von Aarau bis Genf reichen.

Sturmholz deckt Kosten nicht

Klar ist laut Waldeigentümerpräsidentin Vreni Friker: «Die Folgekosten des Sturms sind massiv grösser als der Wert des am Boden liegenden Holzes.» Denn das Holz, das zu Fall gekommen sei, sei tendenziell von schlechter oder schlechterer Qualität, da es sich um Wurfholz handle. Bei Wurfholz sind die sogenannten Rüstkosten – also der Aufwand für die Weiterverarbeitung – höher.

Für mindere Qualität bezahlen die Abnehmer zudem mindere Preise. Generell sei der Holzpreis zwar stabil, aber auf sehr tiefem Niveau. «Wir sind dort, wo wir zuletzt vor 50 Jahren waren. Mit dem Unterschied, dass damals mit dem Holzerlös 37,5 Arbeitsstunden finanziert werden konnten. Heute sind es noch 1,5 Stunden.»

So wütete Burglind im Aargau – die Bilder unserer Leser:

So wütete «Burglind» im Aargau: Bei Oftringen Foto: Natacha Lauber-Meyer
36 Bilder
In Mülligen Foto: Gabriella Tschupp
In Strengelbach Foto: Sabrina Hanhart
In Full-Reuenthal hat "Burglind" die Linde beim Schulhaus gefällt. Sie galt hier als ein Wahrzeichen. Foto: René Kälin
In Full-Reuenthal hat "Burglind" die Linde beim Schulhaus gefällt. Sie galt hier als ein Wahrzeichen. Foto: René Kälin
Bei Oftringen Foto: Natacha Lauber-Meyer
Burglind im Aargau – Leserfotos
Bei Rothrist Foto: Sabrina Hanhart
Im Garten der Leserin in Rheinfelden Foto: Jacky von Allmen
Beim Schachen in Aarau Foto: Rena Fischer
In Bremgarten Foto: Lukas Scherrer
Bei Brugg im Wildischachen Foto: Sibylle Weber
Bei Birsfelden Foto: Rita Beier
Bei Aarau Foto: Michelle Boss-Martin
Bei Mülligen Foto: Monika Brunner
Bei Aarau Foto: Michelle Boss-Martin
Bei Rothrist Foto: Sabrina Hanhart
Aarau, Goldernwald Foto: Alexandra Brunner
Bei Buchs Foto: Christine Haefliger-Meyer
Bei Aarau Foto: Michelle Boss-Martin
Bei Aarau Foto: Michelle Boss-Martin
Schlatt, Seengen Foto: Jeannine Galliker
Aufräumarbeiten Foto: Michaela Genkinger
Bei Seengen Foto: Jeanninge Galliker
Bei Buchs Foto: Christine Haefliger-Meyer
Im Garten der Leserin in Rheinfelden Foto: Jacky von Allmen
Schöftland, neben dem Bahnhof Foto: Jasmin Nathalie Bachmann
Schlattwald in Seengen Foto: Jeannine Galliker
Schlosspark Hallwyl Foto: Caroline Gnehm
Aarau, Goldernwald Foto: Alexandra Brunner
Bei Buchs Foto: Christine Haefliger-Meyer
Aarau, Goldernwald Foto: Alexandra Brunner
Aarau, Goldernwald Foto: Alexandra Brunner
Wald bei Kölliken Foto: Anneliese Thut
Bei Kölliken Foto: Anneliese Thut
In Schöftland Foto: Alexandra Estudo Koller

So wütete «Burglind» im Aargau: Bei Oftringen Foto: Natacha Lauber-Meyer

Zur Verfügung gestellt

Jahrzehntelange Folgen

Doch was Friker vor allem Sorgen bereitet, ist der Blick in die Zukunft. Ein Sturm wie «Burglind» ziehe lange Auswirkungen nach sich. «Aufgrund der Aufforstung und der kostenintensiven Jungwaldpflege entsteht über rund 20 Jahre ein Mehraufwand.» Hinzu komme, dass während der Aufforstung während gut 30 Jahren kein Ertrag erzielt werden könne.