Bezirksgericht Zofingen
Sechs Buben sexuell missbraucht: Freiheitsstrafe und Berufsverbot für Fussball-Masseur

Ein 57-jähriger Fussball-Masseur soll sechs Buben sexuell missbraucht haben. Dafür wurde der Familienvater gestern Donnerstag vom Bezirksgericht Zofingen zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und einem Berufsverbot verurteilt.

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Zwischen 12 und 16 Jahre alt waren die Buben, die der 57-jährige B.F. vor über zwei Jahren sexuell missbraucht haben soll. Fünf von ihnen waren in der Juniorenmannschaft des FC Oftringen, wo der Beschuldigte als Fussball-Masseur arbeitete. Ein Sohn von B.F. war Teamkollege der Opfer.

Eigentlich massierte der 57-Jährige nur die erwachsenen Spieler der 1. Mannschaft des Vereins. Die Junioren behandelte er bei sich zu Hause – auf Bitten der Eltern. Dies bestätigt auch René Wullschleger, Präsident des FC Oftringen, auf Anfrage des Regionalsenders Tele M1. «Wir lassen keine Junioren massieren», erklärt er und fügt an: «Er tat dies in seinen privaten Räumen und hatte nie einen Auftrag von uns.»

Laut Anklageschrift hat der Beschuldigte die Junioren während der Behandlung an den Genitalien berührt und bei einem der Jugendlichen gar eine Anal-Massage durchgeführt. Tragisch ist der Fall auch insbesondere, da B.F. bereits vorbestraft ist. Er hat im Kanton Fribourg bereits einen neunjährigen Buben missbraucht.

Milderes Urteil als von der Staatsanwaltschaft gefordert

Grund genug für Staatsanwältin Christina Zumsteg, eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren mit Verwahrung für den Mann zu fordern. Der Verteidiger von B.F. fordert hingegen eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und erklärt entgegen der Anklageschrift, sein Mandant habe nur einen der Buben missbraucht.

Nach einem langen Verhandlungstag verkünden die Bezirksrichter am Donnerstagabend schliesslich ihr Urteil gegen den Fussball-Masseur: Viereinhalb Jahre Freiheitsstrafe, therapeutische Massnahmen ohne Verwahrung und ein 10-jähriges Berufsverbot für sämtliche Tätigkeiten mit Kindern und Jugendlichen. Damit spricht das Gericht ein milderes Urteil aus, als von der Staatsanwaltschaft gefordert.