Kaminfeger-Monopol

Solothurner Regierung will den Markt liberalisieren – im Aargau tut man sich damit noch schwer

Noch kommt im Kanton Solothurn der Kaminfeger ins Haus – ob es der Bevölkerung passt oder nicht. Dieses Monopol will die Regierung nun abschaffen. Während dieser Plan bei den Solothurner Kaminfegern kaum auf Widerstand stösst, ist die Sorge bei den Nachbarn im Aargau gross

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In mehreren Kantonen der Schweiz kommt der Kaminfeger automatisch zu den Hausbesitzern – ob diese das wollen oder nicht. Dieses Monopol will die Solothurner Regierung nun ändern: Sie plant, die obligatorischen Kontrollintervalle sollen abgeschafft und die Hausbesitzer in die Eigenverantwortung genommen werden.

Interessanterweise stösst dieser Entscheid bei den Kaminfegern des Kantons nicht auf Widerstand. «Wir Kaminfeger sind für diesen Entscheid», erklärt Heinz Glauser, Präsident des Kaminfegermeisterverbands Solothurn gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Für ihn ist klar: «Unser Umfeld wird sich künftig stark verändern. Darum muss sich auch der Kaminfeger entsprechend verändern.»

Wird der Kaminfeger ohne Obligatorium einfach vergessen?

Ganz anders sieht die Situation im Nachbarskanton Aargau aus. Hier tun sich die Kaminfeger schwer damit, nicht mehr obligatorisch alle Heizungen kontrollieren und reinigen zu dürfen.

Ueli Luetolf, Präsident des Aargauer Kaminfegermeisterverbands, erklärt das vor der Kamera so: «Auch die neuen, technisch fortgeschrittenen Anlagen müssen durch die Kaminfeger regelmässig gewartet und gereinigt werden. Darum kann man den Markt nicht einfach liberalisieren.»

Er befürchtet insbesondere, dass der Kaminfeger einfach vergessen wird, wenn der Unterhalt der Heizungsanlagen in die alleinige Verantwortung der Hausbesitzer gelegt wird. Er berfürchtet: «Der Unterhalt der Anlage wird dann einfach herausgeschoben, bis Störungen an den Anlagen auftreten.» (luk)