Regierungsratswahlen

SVP drängt auf ein bürgerliches Ticket – Die Reaktionen dürften ihr nicht gefallen

Die SVP drängt bei den Wahlen auf eine bürgerliche Koalition. «Vier Bürgerliche im Regierungsrat» erhofft sich SVP-Präsident Thomas Burgherr. FDP-Präsident Matthias Jauslin antwortet dagegen darauf: «Kein Bedarf.» Und CVP-Präsidentin Marianne Binder meint: «Wir sind Konkurrenten.»

Mathias Küng
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Matthias Jauslin, Nationalrat und Kantonalpräsident FDP

Matthias Jauslin, Nationalrat und Kantonalpräsident FDP

Aargauer Zeitung

Im Interview in der gestrigen az schlug SVP-Regierungsratskandidatin Franziska Roth eine bürgerliche Koalition vor.

Sie sagte: «Eine Koalition mit FDP und CVP würde Sinn machen. Diese Parteien müssten aber auch Interesse daran haben. So könnten wir die bürgerlichen Kräfte stärken und vielleicht sogar vier bürgerliche Regierungsräte stellen. Ich wäre deshalb auch für gemeinsame Wahlplakate zu haben.»

SVP-Präsident Thomas Burgherr hat dasselbe Ziel, nämlich, so Burgherr zur az: «Ab Herbst vier Bürgerliche im Regierungsrat», wovon zwei SVP. Unbestritten sind für ihn auch Stephan Attiger von der FDP und Markus Dieth von der CVP. Der CVP gestehe man ihren Sitz gern zu, so Burgherr. Die SVP wäre bereit, im Fall einer Koalition die anderen beiden Bürgerlichen ebenfalls zu unterstützen. Allerdings, so Burgherr einschränkend, «ist es für die genaue Strategie noch viel zu früh».

FDP: Konzentration auf Attiger

«Keinen Bedarf» sieht dagegen FDP-Präsident Matthias Jauslin. Bei einer Aktion mit dem Ziel der Abwahl eines Regierungsmitglieds mache die FDP nicht mit, so Jauslin: «Wir haben mit Stephan Attiger einen sehr guten Kandidaten. Wir konzentrieren uns auf seine Wiederwahl und auf die Grossratswahlen. An einer Übung, die vor allem der SVP nützt, beteiligen wir uns aufgrund der aktuellen Ausgangslage nicht.»

Neu beurteilen würde man die Sachlage für den Fall, dass Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli (Grüne) nicht wieder antreten sollte. Sie macht es bekanntlich spannend und zögert ihren Entscheid hinaus. Die FDP nimmt diese Situation aber gelassen. Falls letztlich zwei Sitze neu zu besetzen wären, «akzeptieren wir den Anspruch der SVP auf einen zweiten Regierungsratsitz, was in etwa dem Wähleranteil entspricht», so Jauslin.

CVP: Wir sind Konkurrenten

Man kenne den Wunsch der SVP, sagt CVP-Präsidentin Marianne Binder zu Franziska Roths Vorschlag für eine bürgerliche Koalition im Regierungsratswahlkampf. Bisher sei allerdings nur ein Rücktritt bekannt, der von Finanzdirektor Roland Brogli (CVP).

Binder: «Ich gehe vorläufig davon aus, dass das so bleiben wird. Im Kampf um diesen Sitz sind wir Konkurrenten und man muss schon Verständnis haben, dass es mich eher interessiert, diesen einen Sitz mit Markus Dieth zu besetzen, als der SVP zu einem zweiten Regierungsrat zu verhelfen.»