Aarau

Tanzdemo kostet Steuerzahler halbe Million: Bürgerliche sind empört

Dass die Allgemeinheit für die Sicherheitskosten von 500'000 Franken der Tanzdemo vom Juni 2013 aufkommen muss, macht bürgerliche Politiker sauer – die Linken verteidigen die Organisatoren. Die Situation sei vergleichbar mit einem Fussballmatch.

Ramona Patt
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Tanz dich frei in Aarau.

Christoph Voellmy

«Die Polizei konnte die Organisatoren der Tanzdemo nicht identifizieren. Es ist schwierig, diese Leute über Social Media Portale und Internetforen ausfindig zu machen. Das ist
unbefriedigend», sagt Samuel Helbling, Leiter Kommunikation beim Departement für Volkswirtschaft und Inneres.

Helbling ergänzt, es würden weitere rechtliche Abklärungen unternommen, um zu prüfen, welche Kosten in diesen Fällen künftig verrechnet werden können.

«Die Sicherheit der Bevölkerung wird auch bei einem nächsten Mal gewährleistet sein», versichert Helbling. Zur genauen Einsatzdoktrin darf er nichts verraten. «Wenn sich die Demo wiederholt, wird die Polizei wieder versuchen, die Organisatoren ausfindig zu machen.»

«Es ist eine Schweinerei»

Die Politiker sind geteilter Meinung. Andreas A. Glarner (SVP) ist empört: «Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler dafür büssen müssen.» Sein Vorschlag für das nächste Mal ist klar: Mit aller Härte durchgreifen und das Ganze im Keim ersticken. Für die Sicherheitskosten müssten alle zur Rechenschaft gezogen werden – auch Teilnehmer.

Auch Daniel Heller (FDP) findet es eine «Schweinerei», dass der Steuerzahler die Kosten von 500'000 Franken zahlt: «Man sollte das Areal gar nicht erst zur Verfügung stellen», findet er.

Freude über Ermittlungsausgang

Dieter Egli (SP) möchte lieber auf inhaltlicher Ebene ansetzen: «Man muss sich der Diskussion stellen und die Anliegen der Tanzdemonstranten ernst nehmen.» So könne präventiv und langfristig einer weiteren Demonstration entgegen gewirkt werden.

«Die Organisatoren können nichts dafür», sagt Irène Kälin (Grüne). Sie ist froh über den Ausgang der Untersuchungen. Einerseits tut es Kälin leid, dass der einzelne Steuerzahler dafür aufkommen müsse, andererseits wünsche die Bevölkerung aber Sicherheitsvorkehrungen, also müsse sie auch dafür zahlen. «Bei einem Fussballmatch ist es dasselbe», sagt Kälin. Doch dort interessiere sich niemand, wer für die Sicherheitskosten aufkommen müsse.