Corona-Massnahmen

Totaler Blödsinn oder mutiger Entscheid? Bundes-Beschluss sorgt für Zwiespalt in der Aargauer Gastro-Szene

Der Bundesrat hat beschlossen, dass sich in Bars und Restaurants maximal 50 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen. Für viele Gastronomen in der Region ist diese Gästelimite allerdings ein herber Schlag.

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Wer sich heute Samstag im Einkaufscenter Tivoli in Spreitenbach verpflegen wollte, bekam ein anderes Bild als üblich zu Gesicht. Das Migros-Restaurant etwa, das am Wochenende sonst gut besucht ist, schien heute wie ausgestorben. Ganze Bereiche mussten wegen der vom Bundesrat verhängten Massnahmen gegen das Corona-Virus gesperrt werden. Das Restaurant schrumpfte von 450 auf nur noch 50 Sitzplätze.

Die Meinungen bei den Gästen darüber ist geteilt. «Totaler Blödsinn», sagt ein Gast gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Es wird uns ja geraten, Abstand zu halten. Und was tut man? Man schliesst Bereiche, so dass wir nun aufeinander sitzen müssen!» Ein anderer Restaurant-Besucher ist versöhnlicher mit den Massnahmen des Bundesrats: «Es ist ein mutiger, konsequenter Entscheid. Da müssen wir jetzt einfach durch.»

Für Patrick Stäuble, den Centerleiter des Shoppi Tivoli sind die Einschränkungen in den Gastrobetrieben aber nicht die einzige Herausforderung. «Wir mussten Lösungen für unsere gut 1400 Mitarbeitenden finden», erklärt er und fügt an: «Mütter und Väter, die am Montag nicht wissen, wo sie ihre Kinder betreuen lassen können, dürfen diese gratis zu uns ins Kinderparadies bringen, wo sie betreut werden.» Das gilt aber nur für die Kinder der Mitarbeitenden.

Bundesbeschluss sorgt für Verwirrung

Bei anderen Gastronomie-Betrieben in der Region sorgt die Massnahme des Bundes zusätzlich für Verwirrung. So fragt sich etwa Heiner Kuster, Inhaber des Restaurants Stalden in Berikon, ob er seine Gartenterrasse nun öffnen darf oder nicht. «Wir wissen nicht, wo diese 50 Personen sein dürfen», erklärt Kuster. Sprich: Dürfen sich im Innenbereich des Restaurants 50 Personen aufhalten oder werden die Gäste auf der Terrasse dazugezählt?

So oder so verliert der Beriker Gastronom gut rund die Hälfte seines Umsatzes. Jeden zweiten Angestellten hat Kuster darum in die Kurzarbeit geschickt. (luk)