«TalkTäglich»

«Vertraut den Experten!» – «Eigenverantwortung jetzt!»: Altbekannte Neo-Grossräte über Corona-Massnahmen

32 neue Gesichter gibt es bald im Aargauer Grossrat. Darunter viele bekannte Namen, wie der ehemalige Kripo-Chef Urs Winzenried (SVP) und der ehemalige Nationalrat Jonas Fricker (Grüne). Wie sie die Wahl erlebt haben und was sie im Amt bewirken möchten, erzählen sie im «TalkTäglich».

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Der eine flog nach einer unglücklichen Aussage aus dem Nationalrat und versucht nun sein politisches Glück wieder im Grossrat. Der andere blickt auf ein aufregendes Leben als Chef der Aargauer Kriminalpolizei zurück und startet nun mit stolzen 70 Jahren seine Polit-Laufbahn.

Für Urs Winzenried, der das neue Amt jetzt für die SVP antritt, ist klar: «Ich habe mich immer für Politik interessiert. Aus Rücksicht auf meinen Beruf, durfte ich mich während meiner Karriere aber nie politisch äussern.» Mit seiner Pensionierung sei diese Bürde nun von ihm abgefallen. Erst schaffte Winzenried den Einzug in den Einwohnerrat von Aarau, nach mehreren Jahren nun den Sprung in den Grossrat.

Das Gefühl, in den Aargauer Grossrat gewählt zu werden, kennt der grüne Politiker Jonas Fricker bereits. Er bekleidete das Amt von 2007 bis 2010, ehe er nach einem Auslandaufenthalt 2015 in den Nationalrat gewählt wurde. Nach einem unglücklichen Vergleich zwischen Schweinetransporten und der Massendeportation von Juden nach Auschwitz im Nationalratssaal, trat Fricker 2017 zurück.

Es sei ein spezielles Gefühl, wenn man als «Animal politique» nach drei Jahren politischer Pause wieder zurückkehre. Fricker habe sich in dieser Zeit persönlich stark weiterentwickelt, sich viele Fragen gestellt, welche Ziele er im Leben noch erreichen möchte. Er kam zum Schluss: die Politik ist der richtige Platz für ihn.

Corona-Massnahmen: «Welt ist nicht schwarz oder weiss»

Bald lenkte Moderator Adrian Remund das Gespräch auf das aktuell brennendste Thema, die Coronavirus-Pandemie. Für Urs Winzenried ist klar: «Die Welt ist nicht schwarz oder weiss, sie ist bunt.» Bei jeder Massnahme gäbe es darum nicht nur den extremen Standpunkt, oft müsse man einen Ausgleich und ein gesundes Mittelmass finden. Er appelliert darum an die individuelle Eigenverantwortung der Bürger, wenn es etwa um das Maskentragen bei familiären Anlässen geht.

Fricker konterte: «Eigenverantwortung ist wichtig. Wenn diese aber zu falschem Verhalten und grossem Risiko führt, ist das unverantwortlich.» Speziell spricht Fricker damit die Forderung von SVP-Kantonalsekretär Pascal Furrer an. Dieser erklärte, die SVP Aargau möchte alle Coronamassnahmen abschaffen und stattdessen voll auf den Schutz der Risikogruppe fokussieren. Fricker glaube in dieser Krisensituation klar an die Wissenschaft und vertraue den Fachexperten bei Bund und Kanton. (luk)
Die ganze «TalkTäglich»-Ausgabe mit Urs Winzenried (SVP) und Jonas Fricker (Grüne) können Sie hier nachschauen: