Jagdstatistik

Weniger Wildtierunfälle dank Warnanlagen auf Aargauer Waldstrassen – wo ist der Wolf?

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Über 800 Rehe sind letztes Jahr im Aargau auf der Strasse gestorben. (Symbolbild)

Über 800 Rehe sind letztes Jahr im Aargau auf der Strasse gestorben. (Symbolbild)

KEYSTONE

Die höchste Jagdzahl im Kanton Aargau betrifft jeweils die Rehe. Letztes Jahr wurden 5584 erlegt, wie die Jagdstatistik zeigt. Diese Zahl schwankt seit vielen Jahren zwischen 5000 und 6000 und zeigt laut Reto Fischer, „dass hier nachhaltig gejagt wird“. Er bedauert aber sehr, dass 817 Rehe auf der Strasse zu Tode kamen. Die elektronischhen Warnanlagen auf Waldstrassen, etwa in Murgenthal, oder zwischen Eiken und Sisseln, seien allerdings weiterhin sehr wirkungsvoll. „Da gibt es praktisch keine Widtierunfälle mehr.“ Schwieriger sei die Situation ausserhalb des Waldes, etwa auf der Strecke zwischen Seon und Staufen: „Wenn da Mais oder Getreide nahe der Strasse und sehr hoch steht, können Tiere in vielen Fällen erst nahe der Strasse detektiert und der Autofahrer zu spät oder gar nicht gewarnt werden.“

Die wenigen Luchse beeinflussen den Rehbestand kaum

Die gleichbleiend hohen Jagdzahlen bei Rehen zeigen Fischer zudem, dass die wenigen Luchse, die auch im Aargau unterwegs sind, „keinen spürbaren Einfluss auf den Bestand haben. Ich bekomme auch keine diesbezüglichen Meldungen“. Seit der Aufregung vor einem Jahr, als ein durchreisender Wolf sogar fotografiert werden konnte, gab es im Aargau laut Fischer keine weitere Sichtung mehr.

Erst seit einigen Jahren ist der Hirsch zurück im Aargau. Der Bestand wächst. So wurden letztes Jahr bereits neun Hirsche geschossen. Über Hirschschäden gibt es aber erst wenige Meldungen, etwa diejenige zweier Hirsche, die sich in einem Gemüsefeld weidlich mit Lattich verköstigt und dabei einen grossen Schaden hinterlassen haben. Klar, das zertrampelte und angeknabberte Gemüse konnte man nicht mehr verkaufen.