«Volunteers for Humanity»

Wie Marit Neukomm 55 Spitalbetten aus dem Aargau ins syrische Kriegsgebiet schafft

Von Thomas Blümli
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Marit Neukomm und Michael Eichenberger vor dem verladenen Container.blt

Marit Neukomm und Michael Eichenberger vor dem verladenen Container.blt

Marit Neukomm, Aargauerin des Jahres 2016 und Gründerin von «Volunteers for Humanity», hat alle Hände voll zu tun: In der Lagerhalle der Gyger Transmöbel AG in Oberentfelden stehen 55 alte Betten des Spitals Zofingen bereit, um in einen Container verladen zu werden. Dieser wird mit einem Lastwagen nach Basel transportiert, wo er via Rhein, Atlantik und Mittelmeer in die Türkei verschifft und schliesslich nach Syrien gebracht wird. Dort sind Spitalbetten derzeit Mangelware. «In Syrien werden viele Spitäler zerbombt», sagt Marit Neukomm. «Die Betten helfen, die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten.»

«Volunteers for Humanity» hat schon mehrere Male medizinische Güter nach Syrien gebracht. «Manchmal kommen Unternehmen mit Spenden auf uns zu, manchmal spenden sie etwas, nachdem wir sie angefragt haben», sagt Neukomm. Im Falle der Betten kam die Anfrage vom Spital Zofingen. «Im Rahmen einer Optimierung innerhalb der Kantonsspital-Aarau-Gruppe haben wir in Zofingen die 55 ältesten Betten ausrangiert. Als intern die Idee aufkam, diese an ‹Volunteers for Humanity› zu spenden, haben wir nicht lange gezögert», sagt Michael Eichenberger, CFO und Mitglied der Geschäftsleitung des Spitals Zofingen. In Oberentfelden packt er selber mit an und hilft, das Material in den Container zu verladen. «Bei uns haben die Betten keine Verwendung mehr. Es ist grossartig, dass sie in Syrien gebraucht werden können», freut sich Eichenberger. (bTl)