Unfallursache

Zwei Tage nach dem Tod der vier Aargauer: So kam es zum tragischen Lawinenunglück im Tirol

Sie suchten das Abenteuer abseits der Pisten – und fanden den Tod. Nun ist klar, warum die vier Tourenskifahrer des Aargauer Männerturnvereins in den Schneemassen der Lawine in den Tiroler Alpen sterben mussten.

Drucken
Teilen

Es dürfte das schwerste Lawinenunglück in dieser Wintersaison gewesen sein. Am Mittwoch löste sich in Schmirn in den Tiroler Alpen eine gewaltige Lawine und begrub vier Tourenskifahrer aus den Aargauer Gemeinden Brittnau und Strengelbach unter sich.

Zwei Tage nach dem tragischen Unglück scheint die Ursache für die Lawine geklärt. Der Tiroler Alpinpolizist Thomas Zingerle und sein Team konnten mit den überlebenden Tourenskifahrer sprechen und glaubt nicht, dass die Gruppe fahrlässig gehandelt habe.

«Laut dem Bergführer ist alles professionell abgelaufen», erklärt er gegenüber dem Sonderkorrespondenten des Regionalsenders Tele M1. Mit weiteren Einzelheiten zum Hergang des Unglücks hält er sich allerdings zurück.

Bilder des tragischen Lawinenunglücks und der Rettungsaktion in Tirol:

Ein Lawinenabgang im Bereich des Jochgrubenkopfs in Tirol hat vier Todesopfer gefordert.
9 Bilder
Alle vier stammen aus dem Aargau. Vier andere konnten sich selbst retten oder wurden gerettet. Sie gehören alle dem Männerturnverein Brittnau an.
Die Lawine dürfte rund 700 Meter lang gewesen sein,
Einer der Verschütteten musste rund zwölf Meter unter der Oberfläche geborgen werden.
Lawinenunglück in Schmirn
Die Lawine ging unterhalb des 2453 Meter hohen Jochgrubenkopfes nieder.

Ein Lawinenabgang im Bereich des Jochgrubenkopfs in Tirol hat vier Todesopfer gefordert.

Keystone

Die vier Überlebenden hatten wahnsinniges Glück

Klar ist aber: Beim Aufstieg am Jochgrubenkopf geschieht noch nichts. Am Ausgangspunkt für die Fahrt ins Tal fährt der Bergführer voraus, die anderen Teilnehmer folgen mit dem nötigen Abstand. Als die vier mittleren Skifahrer den Hang passieren, geschieht das Unglück: Die Schneebrettlawine mit Ausmassen von rund 700 Metern bricht los und reisst die Männer aus dem Aargau in die Tiefe. Die beiden hintersten Skifahrer entgehen der Katastrophe und müssen mit ansehen, wie ihre Kameraden von den Schneemassen verschluckt werden.

Gegen den Bergführer, der mit der Aargauer Skigruppe am Mittwoch unterwegs war, ermittelt nun die Justiz wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. (luk)