Lenzburg

Am Familientag "Im Lenz": «Das Quartier scheint uns noch recht tot»

Droht das Quartier «Im Lenz» tatsächlich zur anonymen Schlafstadt zu werden? Die AZ hat sich am Familientag unter die Besucher gemischt und gefragt: «Ist das Leben ‹Im Lenz› schon eingekehrt?»

Ann-Kathrin Amstutz und Pascal Meier
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Im Lenz: Lebendiges Quartier oder Schlafstadt? Umfrage auf Markus-Roth-Platz. Patrick Jenni mit Julina

Im Lenz: Lebendiges Quartier oder Schlafstadt? Umfrage auf Markus-Roth-Platz. Patrick Jenni mit Julina

Ann-Kathrin Amstutz

Das Quartier «Im Lenz» polarisiert. In der früheren «Verbotenen Stadt», wo die Hero hinter verschlossenen Toren Konfitüre kochte, entstehen seit 2013 zwölf Gebäude-Komplexe mit Altersresidenz. Im Herzen des Quartiers liegt der Markus-Roth-Platz. Eine Betonwüste mit gesichtslosen Bauten, sagen Kritiker.

Rahel und Patrick König mit Marlo und Alena (Lenzburg) «Am Anfang sind wir etwas erschrocken, wie viele Leute hier einziehen sollen. ‹Im Lenz› ist eine extreme Erweiterung der Stadt, doch leider wurde die städtische Infrastruktur nicht daran angepasst. Der Bahnhof ist ja jetzt schon völlig überlaufen. Das Quartier scheint uns noch recht tot. Es wurde ja zu diesem Zweck gebaut: ‹Im Lenz› wohnen, in Zürich arbeiten. Deshalb wird es wohl anonym bleiben. Ausser, in die unteren Etagen ziehen gute Geschäfte und Restaurants ein. Doch auch dann, ist nicht die Altstadt attraktiver? Vielleicht braucht die ganze Entwicklung ‹Im Lenz› einfach noch ein bisschen Zeit.»

Rahel und Patrick König mit Marlo und Alena (Lenzburg) «Am Anfang sind wir etwas erschrocken, wie viele Leute hier einziehen sollen. ‹Im Lenz› ist eine extreme Erweiterung der Stadt, doch leider wurde die städtische Infrastruktur nicht daran angepasst. Der Bahnhof ist ja jetzt schon völlig überlaufen. Das Quartier scheint uns noch recht tot. Es wurde ja zu diesem Zweck gebaut: ‹Im Lenz› wohnen, in Zürich arbeiten. Deshalb wird es wohl anonym bleiben. Ausser, in die unteren Etagen ziehen gute Geschäfte und Restaurants ein. Doch auch dann, ist nicht die Altstadt attraktiver? Vielleicht braucht die ganze Entwicklung ‹Im Lenz› einfach noch ein bisschen Zeit.»

Ann-Kathrin Amstutz

Andere sehen hier das Lenzburg der Zukunft: ein urbanes Quartier mit rund 500 Wohnungen und Gewerbeflächen für etwa 800 Arbeitsplätze, dies gleich neben dem Lenzburger Bahnhof. Von hier fährt der Zug in rund 20 Minuten an den Zürcher Hauptbahnhof.

Andrea und André Zehnder mit Mateo und Noé (Lenzburg) «Diese dichte Wohnform ist die Zukunft. Je mehr Leute es sind, desto mehr muss man solche Wohnformen annehmen. Wir wohnen direkt auf der anderen Seite der Bahnlinie und haben Freude, dass ‹Im Lenz› neue Wege durch die Stadt eröffnet, dass der Aabachraum näher an die Leute kommt. Ja, das Quartier könnte mit mehr Leben gefüllt werden: Wenn wir vorbeikommen, ist der zentrale Markus-Roth-Platz oft menschenleer. Das ist schon ein spezielles Gefühl, so mitten im Wohnquartier. Es bräuchte mehr Kinder, sie bringen automatisch Leben mit.»

Andrea und André Zehnder mit Mateo und Noé (Lenzburg) «Diese dichte Wohnform ist die Zukunft. Je mehr Leute es sind, desto mehr muss man solche Wohnformen annehmen. Wir wohnen direkt auf der anderen Seite der Bahnlinie und haben Freude, dass ‹Im Lenz› neue Wege durch die Stadt eröffnet, dass der Aabachraum näher an die Leute kommt. Ja, das Quartier könnte mit mehr Leben gefüllt werden: Wenn wir vorbeikommen, ist der zentrale Markus-Roth-Platz oft menschenleer. Das ist schon ein spezielles Gefühl, so mitten im Wohnquartier. Es bräuchte mehr Kinder, sie bringen automatisch Leben mit.»

Ann-Kathrin Amstutz

Mit dem Projekt «Transformator» will die Lenzburger Kulturkommission Kunst, Farbe und Leben ins noch karge Quartier bringen. Den ganzen Sommer animierten Erdbeeren in alten Hero-Dosen Bewohner und Besucher vom «Im Lenz» zum Pflücken auf dem Markus-Roth-Platz.

Im Lenz: Lebendiges Quartier oder Schlafstadt? Umfrage auf Markus-Roth-Platz. Patrick Jenni mit Julina

Im Lenz: Lebendiges Quartier oder Schlafstadt? Umfrage auf Markus-Roth-Platz. Patrick Jenni mit Julina

Ann-Kathrin Amstutz

Am Samstag legte die Kulturkommission nach und verwandelte den Platz mithilfe des Elternvereins in einen Spielplatz. Werner Christen von der Transformator-Begleitgruppe ist überzeugt: «Nur wenn das neue Quartier «Im Lenz» auch für Kinder ein Ort voller Möglichkeiten ist, wird dieses Blockfeld voller Neuzuzüger keine anonyme Schlafstadt.» Was am Samstag auffiel: Die grosse Mehrheit der Besucher ist nicht «Im Lenz», sondern im restlichen Lenzburg oder umliegenden Dörfern zu Hause.